
Asaad Hassan al-Shaibani, der neue syrische Außenminister, ist am 5. Januar 2025 in Katar angekommen. Dies markiert den Beginn seiner regionalen Reise zur Unterstützung der neuen syrischen Regierung, die im Zuge des Sturzes von Präsident Bashar al-Assad entstand. Laut der syrischen Nachrichtenagentur SANA reiste al-Shaibani mit einer Delegation, zu der auch Verteidigungsminister Murhaf Abu Qasra und Geheimdienstchef Anas Khattab gehören.
Al-Shaibani plant, sich mit Qatari-Offiziellen, einschließlich dem Minister für auswärtige Angelegenheiten, Mohammed al-Khulaifi, zu treffen. Diese Gespräche sind von Bedeutung, da sie auf die Stärkung der bilateralen Beziehungen sowie Themen wie Sicherheit und Wiederaufbau abzielen. Der Besuch folgt nur kurz nach der Reise von al-Khulaifi nach Damaskus, die zur Wiedereröffnung der katarischen Botschaft in der syrischen Hauptstadt führte, nachdem sie 13 Jahre lang geschlossen war.
Der Weg zur Stabilität
Nach dem Sturz von Assad, der seit dem 8. Dezember 2024 in Russland im Exil lebt, sucht die neue syrische Regierung nach Investitionen aus wohlhabenden Golfstaaten, um die Infrastruktur des Landes wiederherzustellen und die Wirtschaft zu stärken. Al-Shaibani wird voraussichtlich auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien besuchen, um dort die Stabilität und wirtschaftliche Erholung Syriens zu unterstützen.
Al-Shaibani, der am 21. Dezember 2024 in seiner Funktion als Außenminister ernannt wurde, hat eine akademische Laufbahn in den Bereichen Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen. Er hat einen Doktortitel in diesem Fachbereich und befindet sich in der Abschlussphase eines MBA-Programms an einer amerikanischen Universität. Bei der Gründung der Syrischen Rettungsregierung spielte er eine zentrale Rolle und war in den letzten Jahren als Mitbegründer und Leiter der Politischen Angelegenheiten Verwaltung tätig.
Internationale Dimensionen und Herausforderungen
Der Besuch al-Shaibanis geht jedoch auch mit größeren internationalen Entwicklungen einher. Am Freitag vereinbarten Ahmed al-Sharaa, der de facto syrische Führer, und der libanesische Ministerpräsident Najib Mikati, Ruhe an der 375 km langen Grenze zwischen Syrien und Libanon wiederherzustellen. Al-Sharaa hat die Kontrolle über Damaskus, nachdem er die Macht von al-Assad übernommen hat, und steht vor der Herausforderung, die Stabilität des Landes zu sichern.
Ein weiterer Aspekt der internationalen Beziehungen zu Syrien zeigt sich im Besuch der Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und des französischen Außenministers Jean-Noël Barrot, die die ersten EU-Außenminister sind, die nach dem Sturz von Baschar al-Assad nach Syrien reisen. Ihr Ziel ist es, die Beziehungen zur syrischen Übergangsregierung zu stärken.
Baerbock betont, dass die EU bereit sei, Syrien beim Wiederaufbau zu unterstützen, dabei aber darauf bestehen müsse, nicht zur Finanzierung extremistischer Strukturen beizutragen. Sie fordert eine umfassende und friedliche Machtübergabe, die allen Syrern eine politische Teilhabe garantieren soll. Gleichzeitig äußert sie Bedenken hinsichtlich der Möglichkeit, dass lange Fristen bis zu Wahlen die Rechte der Bürger gefährden könnten.
Die komplexe politische Situation Syriens und die verschiedenen internationalen Interessen, die im Spiel sind, machen deutlich, dass die Zukunft des Landes sowohl politische als auch humanitäre Herausforderungen mit sich bringt. Mit der richtigen Unterstützung könnte sich jedoch eine neue Stabilität entwickeln.