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Sechs Tote nach dynamitbedingtem Minenangriff in Bolivien!

Sechs Menschen starben bei einer Explosion in einem Goldminenlager in Bolivien, nachdem rivalisierende Bergbaukooperativen um den Zugang zu Goldvorkommen kämpften. Berichte über Vermisste und Zerstörungen häufen sich.

Ein tragisches Unglück erschütterte heute das Yani-Minenlager in Bolivien, als eine Explosion das Leben von sechs Menschen forderte. Der Vorfall ereignete sich etwa 150 km nordwestlich von La Paz und steht im Zusammenhang mit einem Konflikt zwischen zwei Bergbau-Kooperativen – der Hijos de Ingenio Mining Cooperative und der Senor de Mayo. Die Auseinandersetzung drehte sich um den Zugang zu wertvollen Goldvorkommen.

Die Explosion, die durch den mutmaßlichen Einsatz von Dynamit ausgelöst wurde, führte nicht nur zu einem Verlust an Menschenleben, sondern auch zu mehreren vermissten Personen. Die lokalen Behörden berichteten von erheblichen Schäden, darunter zerstörte Häuser und Stromausfälle in der nahegelegenen Stadt Sorata. Die rivalisierende Kooperative soll Anlagen und einen Dieseltank angegriffen haben, was zu der massiven Explosion führte. Die Rettungsarbeiten sind derzeit im Gange.

Hintergründe zum Bergbau in Bolivien

Der Bergbausektor spielt eine zentrale Rolle in der bolivianischen Wirtschaft und hat sich seit den 1980er Jahren als Alternative zu staats- und privatwirtschaftlichen Unternehmen entwickelt. Die Kooperativen sind besonders nach der Wirtschaftskrise von 1985 aus dem Boden geschossen, als die staatliche Corporación Minera de Bolivia (COMIBOL) zeitweise geschlossen wurde. Heute stellen sie die Mehrheit der Bergarbeiter in Bolivien und übertreffen sowohl COMIBOL als auch die Arbeitnehmer im privaten Sektor.

Insgesamt gibt es schätzungsweise 1.600 Goldbergbau-Kooperativen in Bolivien. Trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gibt es jedoch erhebliche Kritiken bezüglich der Arbeitsbedingungen. Aktivisten warnen vor wenigen Sicherheitsvorkehrungen und den gesundheitlichen Risiken, die mit Schadstoffen verbunden sind. Einige Mining-Aktivitäten der Kooperativen sind illegal, was zu zusätzlichen Umweltproblemen führt.

Zusätzlich gab es in der Vergangenheit häufig Konflikte um den Zugang zu Bergbaugebieten, oft überlagert von Marktverdrängung und Spannungen zwischen unterschiedlichen Gruppen, einschließlich COMIBOL und Sicherheitskräften. Bemerkenswerterweise gab es bereits 2012 einen tödlichen Dynamitangriff in La Paz, der die Spannungen zwischen diesen Gruppen verdeutlichte. Im aktuellen Kontext sind die Umweltschäden jedoch nicht zu übersehen, die viele Gemeinden schwer treffen.

Soziale und ökologische Folgen

Ein umfassender Bericht zeigt die verheerenden sozialen und ökologischen Auswirkungen des Bergbaus in der Region. Trotz der Einführung einer neuen Verfassung im Jahr 2009, die Rechte für indigene Völker und den Umweltschutz verspricht, hat sich die Situation für viele nicht verbessert. Der Lago Poopó, einst der zweitgrößte See Boliviens, ist seit Ende 2015 ausgetrocknet.

Gemeinden im Uru-Uru Poopó-Becken klagen über die gesundheitlichen und landwirtschaftlichen Folgen des Bergbaus. Tägliche Hohe Mengen an Schwermetallen, darunter Cadmium, Zink, Arsen und Blei, werden in den See geleitet, was Pflanzen und Vieh gefährdet und die Produktivität der Landwirtschaft beeinträchtigt. Diese Prozesse sind das Ergebnis von Schwächen in der Umweltgesetzgebung und mangelhaften Kontrollen durch die Behörden.

Die unzureichende Gesetzgebung, die aus der neoliberalen Ära stammt, behindert effektive Schutzmaßnahmen für Mensch und Umwelt. Die gegenwärtige Regierung zeigt sich gegenüber den Forderungen der betroffenen Gemeinden zumeist unkooperativ, wodurch die bereits angespannte Beziehung zwischen dem Bergbausektor und den indigenen Völkern weiter belastet wird.

Trotz der offensichtlichen Probleme wird der Bergbau als strategisch wichtiger Wirtschaftssektor für Bolivien betrachtet, was die Notwendigkeit erhöht, über Alternativen nachzudenken, um die Abhängigkeit der ländlichen Gemeinden vom Bergbau zu verringern. Die Spannungen und Konflikte im Bergbau führen dazu, dass die sozialen und ökologischen Herausforderungen immer drängender werden, wie die aktuellen Ereignisse verdeutlichen.

Referenz 1
www.aljazeera.com
Referenz 3
www.npla.de
Quellen gesamt
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