
In Zimbabwe steht Präsident Emmerson Mnangagwa unter massivem Druck, seine Position zu verteidigen. Angesichts eines aufkommenden Machtkampfs innerhalb seiner Partei ZANU-PF und der bevorstehenden Parlamentswahlen 2028, sieht sich Mnangagwa mit einer Welle von Protesten und Forderungen nach seinem Rücktritt konfrontiert. Besondere Besorgnis erregt die Diskussion um eine mögliche Verlängerung seiner Amtszeit bis 2030, was von vielen als Verstoß gegen die Verfassung wahrgenommen wird.
Die Spannungen innerhalb der ZANU-PF schienen am 31. März 2025 ihren Höhepunkt zu erreichen, als Aktionen gegen Mnangagwa von einem hochrangigen Parteimitglied initiiert wurden. Trotz der Repressionen durch die Sicherheitskräfte, die eine stärkere Präsenz in Harare zeigten, versammelten sich Demonstranten in der Hauptstadt, was eine bemerkenswerte Abweichung von der sonst eher stillen politischen Landschaft darstellt. Dabei wurden 95 Protestierende wegen öffentlicher Gewalt und Störung des Friedens festgenommen, einige aufgrund ihrer Aktivitäten in sozialen Medien.
Interne Fraktionen und politische Kriminalität
Mnangagwa selbst hat die Forderungen nach seinem Rücktritt als „Verrat“ angeprangert und die Aufrufe als die Machenschaften von „chamäleonartigen Charakteren“ abgetan. Diese internen Konflikte sind bemerkenswert, da öffentliche Proteste gegen die Führung der ZANU-PF lange als selten galten. Kritische Stimmen innerhalb der Partei, wie die von Blessed “Bombshell” Geza, haben jedoch Mut bewiesen und beschuldigten Mnangagwa offen der Korruption und Misswirtschaft. Geza wurde daraufhin von der ZANU-PF ausgeschlossen und sieht sich rechtlichen Schritten gegenüber, was ihn in die Flucht getrieben hat.
Die Wurzeln der gegenwärtigen Krise sind eng mit der jahrzehntelangen politischen und wirtschaftlichen Instabilität im Land verknüpft. Zimbabwe hat seit 2007 mit anhaltender Hyperinflation zu kämpfen, die von einer verfehlten Wirtschaftspolitik und weitverbreitetem Korruption geprägt ist. Die Hyperinflation hat das Lebensumfeld und die Ersparnisse der Bürger stark beeinträchtigt, was die ohnehin schon angespannte politische Situation weiter verschärft.
Wirtschaftliche Herausforderungen
Die Wirtschaft des Landes, die stark auf den informellen Sektor angewiesen ist, belastet die Bevölkerung zusätzlich. Laut der Zimbabwe National Chamber of Commerce arbeiten etwa 80% der Menschen in jobs mit niedrigem Lohn und kaum Sicherheit. Die aktuelle Krise weckt Erinnerungen an den Sturz von Robert Mugabe im Jahr 2017, dessen lange Amtszeit ebenfalls von Repression und Korruption geprägt war. Experten warnen, dass Mnangagwas ambitionierte Pläne zur Verlängerung seiner Herrschaft durch anhaltenden öffentlichen Unmut und interne Rivalitäten innerhalb der ZANU-PF gefährdet sind.
Mnangagwa, der nun 82 Jahre alt ist und seine zweite Amtszeit bis 2028 innehat, steht vor der Herausforderung, die Unruhe in seiner Partei zu bändigen. Die kürzliche Verabschiedung eines Antrags zur Verlängerung seiner Amtszeit ist ein Zeichen für die angespannten politischen Verhältnisse und die Unsicherheit in der Zukunft des Landes. Während seine Regierung versucht, die Kontrolle zu behaupten, bleibt die Frage, ob die Öffentlichkeit und die Partei ihm weiterhin glauben können. Die Zeit wird zeigen, wie sich diese Situation entwickeln wird.
Inmitten dieser politischen Turbulenzen schauen viele mit Besorgnis auf die sich zuspitzende Krise und die darauf folgenden sozialen Unruhen, die das ohnehin angeschlagene Land weiter destabilisieren könnten.