
Am 31. Januar 2025 erlebte die Ukraine, am 1.072. Tag der russischen Invasion, einen weiteren Tag voller Gewalt und Eskalation. In Sumy wurden bei einem russischen Drohnenangriff auf ein mehrstöckiges Wohngebäude neun Menschen getötet, darunter ein Kind. Zudem wurden 13 weitere Personen verletzt, wie Al Jazeera berichtet. Die ukrainische Militärführung gab an, dass Russland in der Nacht 81 Drohnen gestartet habe, wobei 37 von diesen abgeschossen wurden und 39 ihre Ziele nicht erreichen konnten.
Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurden in vier Regionen 17 ukrainische Drohnen innerhalb von zwei Stunden abgeschossen, darunter 11 über der Region Kursk. Der ständige Drohnenkrieg hat nicht nur verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, sondern beeinflusst auch die strategischen Überlegungen beider Seiten. In der vergangenen Nacht wurden zudem Trümmer einer abgeschossenen Drohne nahe einer Metrostation in Kiew gefunden, während zeitgleich Russlands Luftabwehr in grenznahen Regionen aktiv war, um Angriffe zu verhindern.
Drohnenangriffe und Eskalation der Konflikte
Auch in Russland wurden mehrere Angriffe verzeichnet. In der Region Belgorod kamen eine Mutter und ihr Kind bei einem Drohnenangriff ums Leben, während zwei weitere Familienmitglieder verletzt wurden. Der Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow machte die Ukraine nicht direkt verantwortlich, weckte jedoch die Erinnerung an die wiederholten Angriffe, die Belgorod seit Kriegsbeginn getroffen haben. Darüber hinaus wurde eine russische Ölanlage in Nischni Nowgorod angegriffen, was zu einem Großbrand führte, jedoch keine Verletzten zur Folge hatte.
Die ukrainische Führung steht weiterhin unter Druck, auch auf internationaler Ebene. Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert von US-Präsident Donald Trump verstärkte Sicherheitsgarantien und betont den Wunsch nach einer diplomatischen Lösung, während gleichzeitig klargestellt wird, dass die Ukraine die russische Besetzung nicht anerkennen wird. Selenskyj warnte, dass „Putin keine Angst vor Europa habe“, was die Dringlichkeit einer internationalen Reaktion unterstreicht.
Strategische Aufrüstung und Drohnenproduktion
Beide Länder rüsten massiv auf, wobei Drohnen mittlerweile eine zentrale Rolle im Konflikt spielen. Laut t-online.de hat Russland die Produktion von Drohnen in der Sonderwirtschaftszone Alabuga stark erhöht, wo 2024 bereits über 5.700 Shahed-136-Drohnen produziert wurden. Das ursprüngliche Ziel von 6.000 Einheiten soll voraussichtlich bereits 2025 erreicht werden. Gleichzeitig plant die Ukraine eine großangelegte Lieferung von Drohnen mit internationaler Unterstützung. Ab Januar 2025 werden „zehntausende“ unbemannter Luftfahrzeuge erwartet.
Die ukrainische Armee setzt bereits über 96 Prozent ihrer unbemannten Luftfahrzeuge aus eigener Produktion ein. In Kiew hat die heimische Drohnenproduktion signifikant zugenommen und umfasst mittlerweile eine Vielzahl von Drohnenarten, einschließlich Aufklärungs- und Kamikazedrohnen. 2024 wurden über 1,5 Millionen First-Person-View-Drohnen hergestellt, was die strategische Bedeutung dieser Technologie für die Verteidigung des Landes verdeutlicht.
Die dramatischen Entwicklungen und der steigende Einsatz von Drohnen auf beiden Seiten zeigen die wachsende Intensität des Konflikts und die Strategien, die sowohl Russland als auch die Ukraine verfolgen, um ihre militärischen Ziele zu erreichen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet diese Entwicklungen mit wachsamen Augen.