
Am 5. Februar 2025 hat Donald Trump einen neuen, umstrittenen Plan zur Übernahme des Gazastreifens vorgestellt. Dieser Plan wird als Zeichen für eine grundlegende Veränderung in der amerikanischen Nahost-Politik gedeutet. Laut RP Online ist Trumps Ansatz nicht nur eine radikale Abkehr von jahrzehntelangen Traditionen der US-Außenpolitik, sondern bietet auch einen Einblick in seine Strategie, um Vorteile für die USA zu erzielen.
Der planmäßige Umgang mit dem Gazastreifen sieht vor, diesen als „Riviera des Nahen Ostens“ zu gestalten. Dies würde bedingen, dass alle palästinensischen Bewohner vertrieben werden müssen. Die politische Reaktion in der Region war stark ablehnend: Gruppen wie Hamas, Iran und Saudi-Arabien haben sich vehement gegen das Vorhaben ausgesprochen, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.
Folgen für die Beziehungen
Die kontroversen Pläne könnten die Beziehungen zu wichtigen US-Verbündeten erheblich belasten und den bereits fragilen Friedensprozess zwischen Saudi-Arabien und Israel gefährden. Es bleibt fraglich, ob Trump sich der weitreichenden Konsequenzen seiner Politik bewusst ist. Laut Internationale Politik könnte dieser Schritt auch an Trumps allgemeiner Außenpolitik im Nahen Osten hängen, die durch eine aggressive Haltung gegenüber dem Iran und einen Fokus auf den Ausbau der Abraham-Abkommen geprägt war.
Trump behauptet, dass während seiner ersten Amtszeit der Krieg im Gazastreifen nicht stattgefunden hätte und kritisiert die Strategien von Joe Biden scharf. Diese Einschätzung legt nahe, dass Trump plant, die politischen und militärischen Strategien, die in der Region verfolgt werden, erneut in Frage zu stellen und seine eigene Vision für den Nahen Osten zu propagieren.
Ein veränderter Kontext
Die geopolitischen Rahmenbedingungen haben sich seit Trumps erster Amtszeit erheblich verändert. Entgegen seinen Zielen, das Engagement der USA im Nahen Osten neu zu definieren, scheinen die regionalen Akteure zunehmend zu versuchen, sich vom Einfluss der USA zu lösen und neue Partnerschaften, insbesondere mit Ländern wie Russland und China, einzugehen. Dies könnte nicht nur die Umsetzung von Trumps Plänen, sondern auch die Gesamtgestaltung der US-Nahost-Politik erheblich erschweren.
Angesichts dieser Dynamiken bleibt es abzuwarten, ob Trump seine aggressive Außenpolitik durchsetzen kann oder ob die international gewachsenen Spannungen und die Skepsis der Golfstaaten gegenüber den US-Interessen seine Ansätze behindern werden. Die Rückkehr zu Machtspielen und geopolitischen Neuorientierungen könnte die ohnehin schon komplexe Lage im Nahen Osten weiter verschärfen.