
In einer aktuellen Diskussion in der Sendung „Markus Lanz“ am 3. April 2025 äußerten sich verschiedene Experten zur US-Politik und insbesondere zu den jüngsten Entwicklungen unter Präsident Donald Trump. Teilnehmer waren Peer Steinbrück (SPD), Elmar Theveßen (ZDF-Korrespondent), Ursula Weidenfeld (Journalistin) und Michael Thumann (Autor) . Während der Runde wurde besonders auf die bevorstehenden neuen Strafzölle eingegangen, die Trump angekündigt hat und die weitreichende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft, insbesondere die Europäische Union, haben könnten.
Trump plant, am heutigen Tag Details zu einem umfassenden Paket von Strafzöllen bekanntzugeben. Diese Zölle könnten sofort in Kraft treten, was durch die Bestätigung von Trumps Sprecherin Karoline Leavitt untermauert wird. Ein Vorschlag sieht vor, dass Zölle in Höhe von rund 20 Prozent auf die meisten Importe in die USA erhoben werden könnten. In der Diskussion kritisierte Steinbrück die ersten 70 Tage von Trumps zweiter Amtszeit und die daraus resultierenden politischen Folgen als „völlig bescheuert“. Trotz seiner scharfen Kritik räumte er ein, dass die Unterstützung aus der US-Industrie für diese Zollpolitik erkennbar ist.
Die Gefahr einer Stagflation
Trump bezeichnete den Tag der Zollankündigung als „Tag der Befreiung“ von ausländischen Waren und betonte, dass ausländische Länder für Geschäfte in den USA bezahlen sollen. Doch die globalen Wirtschaftsakteure sehen in diesen Maßnahmen eine große Gefahr. Vorangegangene Zollmaßnahmen haben bereits zu Unsicherheiten auf den Märkten geführt, was Anleger dazu veranlasste, sich von risikobehafteten Vermögenswerten zurückzuziehen. Steinbrück und die anderen Experten betonten, dass diese unklaren und überhitzten wirtschaftlichen Bedingungen zur Stagflation in den USA führen könnten, bei der die Inflation steigt, während das Wirtschaftswachstum stagniert.
Einige aktuelle Indikatoren zeigen bereits erste Anzeichen einer möglichen Abschwächung der US-Wirtschaft. So werden die US-Beschäftigungsdaten in dieser Woche genau beobachtet, insbesondere vor dem Hintergrund einer zu erwartenden Verlangsamung bei der Neuschaffung von Arbeitsplätzen. Auch die Inflationsrate in Deutschland, die im Februar bei 2,3 Prozent lag, wird im Zusammenhang mit der aktuellen Wirtschaftssituation analysiert .
Reaktionen auf Trumps Politik
In der Runde wurde die Fragilität der Gewaltenteilung in den USA angesprochen. Weidenfeld äußerte Unverständnis, warum Europa sich von autokratischen Tendenzen wie denen Trumps beeindrucken lässt. Theveßen und Thumann unterstrichen, dass Trump Methoden anwendet, die als autoritär eingeordnet werden können, und vergleichen diese mit den Taktiken führender Autokraten in Russland und anderen Ländern. Steinbrück kritisierte auch Elon Musk für dessen merkliche Einflussnahme auf den Staat und den Parlamentarismus.
Abschließend betrachteten die Experten die geplanten Zollmaßnahmen als eine Form der Machtdemonstration. Steinbrück interpretierte Trumps Interesse an Grönland als einen weiteren Versuch, politischen Druck auf Dänemark auszuüben. Die Diskussion endete mit Weidenfelds Kritik an der verhaltenen europäischen Reaktion auf Trumps Politik und dem anhaltend bestehenden Risiko für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Europa.
Insgesamt wird die aktuelle Situation als unverändert besorgniserregend eingestuft, da die Auswirkungen von Trumps Ankündigungen sowohl ökonomisch als auch politisch tiefgreifende Konsequenzen haben können. Die Einfuhrzölle könnten die weltweiten Handelsströme erheblich destabilisieren und im schlimmsten Fall eine beunruhigende Welle von Vergeltungsmaßnahmen seitens betroffener Länder nach sich ziehen, wie bereits erste Planungen seitens der EU zeigen, die Einfuhrzölle auf amerikanische Waren im Wert von 26 Milliarden Euro plant .
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