
Am 7. Januar 2025 gab XXXLutz die Übernahme der Porta-Gruppe bekannt, eines der führenden familiengeführten Möbelhäuser Deutschlands mit etwa 7.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 1,3 Milliarden Euro. Die Übernahme umfasst rund 140 Standorte, die sich vorwiegend in Nordrhein-Westfalen sowie in Tschechien und der Slowakei befinden. Diese Nachricht trug zur Diskussion über die Konzentration im Möbelmarkt bei, da viele Branchenvertreter die Übernahme als „dramatische Nachricht“ bezeichnen.
Die XXXLutz-Gruppe, die 1945 in Österreich gegründet wurde und 1990 in den deutschen Markt eintrat, hat sich mittlerweile als zweitgrößter Möbelhändler in Deutschland hinter Ikea etabliert. Der Konzern generiert weltweit einen Umsatz von 6 Milliarden Euro und beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter in 14 Ländern. XXXLutz betreibt über 370 Einrichtungshäuser und 24 Onlineshops, wobei die Übernahme von Porta ein weiterer strategischer Schritt in der Expansion ist.
Marktentwicklung und Auswirkungen
Die Übernahme erfolgt in einem herausfordernden Wettbewerbsumfeld. Einzelhändler im Möbelmarkt haben während der COVID-19-Pandemie profitiert, sehen sich jedoch aktuell mit Inflation und Konjunkturschwäche konfrontiert. Paul de Jong, Geschäftsführer der Porta-Holding, nannte das harte Wettbewerbsumfeld als einen der Schlüsselfaktoren für die Entscheidung zur Übernahme. Verbände der deutschen Möbelindustrie warnen vor einer weiteren Marktkonzentration und fordern mehr Aufsicht.
Die Zukunft der 140 Möbelhäuser der Porta-Gruppe ist nach der Übernahme noch ungewiss. Eine Überprüfung durch das Bundeskartellamt ist erforderlich, um die Wettbewerbsbedingungen an den einzelnen Standorten zu bewerten. Aktuell bleiben die Arbeitsverträge von rund 6.000 Porta-Mitarbeitern unverändert, und es sind keine Entlassungen geplant.
Die Strukturen der Porta-Gruppe
Die Porta-Gruppe wurde 1965 gegründet und umfasst mehrere Marken wie SB-Möbel Boss, Asko-Gruppe und Letz. Unklar bleibt, ob diese Markennamen auch nach der Übernahme bestehen bleiben werden. Auch wenn XXXLutz in der Vergangenheit Unternehmen wie die Tessner-Gruppe und den Onlinehändler Home24 akquirierte, könnte die Integration der Porta-Gruppe aufgrund des Wettbewerbsdrucks und der Marktentwicklung zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen.
Die Möbelindustrie steht nicht nur vor lokalen Herausforderungen, sondern auch vor globalen Marktentwicklungen. Der weltweite Möbelmarkt wird für 2024 auf eine Größe von etwa 688,74 Milliarden USD geschätzt, mit einem prognostizierten Wachstum bis 2029 auf 903,14 Milliarden USD. Das Wachstum wird vor allem durch eine steigende Urbanisierung, eine wachsende Weltbevölkerung und die zunehmende Nachfrage nach Online-Möbelkäufen gefördert.
In diesem Kontext bleibt abzuwarten, wie XXXLutz und Porta in den kommenden Jahren agieren werden, um im dynamischen Möbelmarkt weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben. Die Übernahme könnte möglicherweise auch neue Ansätze in der Kundenansprache und im Online-Konzept mit sich bringen, wodurch Porta eine stärkere Internetpräsenz erhofft.
In Anbetracht der Komplexität des Marktes ist es von Bedeutung, die weiteren Entwicklungen im Auge zu behalten, insbesondere im Hinblick auf die Genehmigung durch das Bundeskartellamt und die möglichen Reaktionen der Konkurrenz.
Die Entwicklungen in der Möbelindustrie, insbesondere die Übernahme von Porta durch XXXLutz, werden auch von den großen Akteuren des Marktes genau beobachtet. Die Dynamik in der Branche könnte durch diese Fusion maßgeblich beeinflusst werden.
Für weitere Informationen können die Berichte von LVZ, Die Zeit und Mordor Intelligence konsultiert werden.