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Wahl beeinflusst von Migration: Sorgen und Chancen der Wähler 2025

Am 24.01.2025 zeigen neue Studien, dass Migrationshintergründe das Wahlverhalten beeinflussen. Sorgen rund um Wirtschaft und Sicherheit stehen im Fokus der Wähler*innen. Welche Trends zeichnen sich ab?

Die politischen Einstellungen der Wahlberechtigten in Deutschland stehen im Fokus einer neuen Studie, die zeigt, dass sowohl ökonomische Sorgen als auch sicherheitliche Bedenken eine signifikante Rolle im Wahlverhalten spielen. Laut MDR sind insbesondere die schwache deutsche Wirtschaft und die Inflation die Hauptsorgen der Wahlberechtigten. Insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund sind von diesen Themen betroffen, wobei sie sich zusätzlich verstärkt um ihre Altersvorsorge und Wohnsituation sorgen.

Ein weiteres zentrales Anliegen dieser Gruppe ist die Sicherheit. Viele Menschen mit Migrationshintergrund befürchten, Opfer von Straftaten zu werden. Diese Ängste werden durch den anhaltenden Nahostkonflikt verstärkt, der für 43 Prozent der Befragten mit Migrationshintergrund eine große Sorge darstellt. Im Vergleich dazu sind es bei den Wahlberechtigten ohne Migrationshintergrund etwa 35 Prozent, die sich stark um diesen Konflikt sorgen.

Wahlverhalten: Unterschiede zwischen Gruppen

Die Zusammensetzung der Wählerschaft ändert sich. Zur Bundestagswahl 2021 machten Menschen mit Migrationshintergrund etwa 13 Prozent der Wahlberechtigten aus, was rund 7,1 Millionen Menschen entspricht. Im Jahr 2013 lag dieser Anteil lediglich bei neun Prozent. Laut den Prognosen wird der Anteil der Wahlberechtigten mit Migrationshintergrund in den kommenden Jahren weiter steigen, ergänzt durch 2,1 Millionen Wahlberechtigte mit einem zugewanderten Elternteil.

In Bezug auf das Wahlverhalten zeigt eine Analyse vom Dezim-Institut, dass die SPD das größte Wähler*innenpotenzial hat. Insgesamt 74,4 Prozent der Wahlberechtigten, sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund, tendieren zur SPD. Diese Neigung ist unter Wähler*innen mit EU-Bezug mit 78,6 Prozent am stärksten ausgeprägt.

  • Wähler*innen ohne Migrationshintergrund: 74 % Neigung zur SPD
  • Wähler*innen mit MENA-/Türkei-Bezug: 72,3 % Neigung zur SPD
  • Wähler*innen aus der ehemaligen Sowjetunion: 65 % Neigung zur SPD
  • CDU/CSU folgt an zweiter Stelle mit 70,4 % Zustimmung

Die Unterstützung für die Grünen variiert stark zwischen den Gruppen. Während 65,1 Prozent der Wahlberechtigten ohne Migrationshintergrund und mit EU-Bezug der Partei eine Chance geben würden, sind es bei denjenigen mit Herkunft aus der ehemaligen Sowjetunion nur 41,5 Prozent, was eine Differenz von 23,6 Prozent ergibt.

Politische Präferenzen und Sicherheitsbedenken

Die SPD und CDU/CSU werden als kompetent in Bezug auf wirtschaftliche Themen wahrgenommen. Von den Wahlberechtigten ohne Migrationshintergrund glauben 26,2 Prozent und bei den Menschen mit Migrationshintergrund 28 Prozent, dass diese Parteien die besten Lösungen in Wirtschafts- und Inflationsfragen anbieten können.

Besonders hervorzuheben ist auch das Interesse an neuen Parteien. Die von Sahra Wagenknecht gegründete Partei könnte für 55,5 Prozent der Menschen mit MENA-/Türkei-Bezug attraktiv sein, im Vergleich zu 34,6 Prozent der Wahlberechtigten ohne Migrationshintergrund, was eine Differenz von 20,9 Prozent darstellt.

In Anbetracht der sich ändernden Wählerschaft und zunehmenden politischen Diversität in Deutschland sind die Rückschlüsse aus dieser Analyse von größter Bedeutung für zukünftige Wahlen. Die Dynamik zwischen verschiedenen Herkunftsgruppen wird zunehmend entscheidend für das politische Landschaftsbild des Landes. Weitere Informationen zu den detaillierten Wahlanalysen sind im Dokument des Bundestages zu finden.

Referenz 1
www.mdr.de
Referenz 2
www.dezim-institut.de
Referenz 3
www.bundestag.de
Quellen gesamt
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