
Der Wirtschaftsraum Bayern sieht sich alarmierenden Veränderungen gegenüber. US-Präsident Donald Trump hat die Einführung neuer Zölle angekündigt, die in erster Linie die bayerische Wirtschaft hart treffen werden. Laut inFranken stellte Trump fest, dass die Zölle auf Waren aus der EU 20 Prozent betragen werden, während die Automobilindustrie sogar von einer Erhöhung auf 25 Prozent betroffen ist.
Im Jahr 2024 war die USA mit 29 Milliarden Euro Bayerns größter Exportmarkt. Fast 13 Prozent der Exporte aus Bayern gingen in die USA, was den deutschen Durchschnitt von 10 Prozent übertrifft. Besonders betroffen von den neuen Handelsbeschränkungen sind die Maschinenexporte: 6 Milliarden Euro, was etwa 15 Prozent aller Maschinenexporte aus Bayern ausmacht. Darüber hinaus gehen rund 20 Prozent der exportierten bayerischen Autos, die einen Wert von 8,0 Milliarden Euro haben, in die USA und unterliegen den neuen 25-prozentigen Zusatzzöllen.
Warnungen und Reaktionen aus der Politik
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger äußerte sich besorgt über die hohen Zusatzkosten, die Unternehmen, insbesondere in der Automobilindustrie, Chemie und Maschinenbau, erwarten müssen. Aiwanger betont, dass die Zollpolitik nicht nur Bayern, sondern auch Berlin betreffen wird, da Berliner Unternehmen 2024 Waren im Wert von 1,59 Milliarden Euro in die USA exportierten. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey kündigte an, die Wirtschaftskooperationen mit den USA und anderen Ländern auszubauen.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck geht sogar so weit, die Zollpolitik mit dem Ukraine-Krieg zu vergleichen und spricht von den disruptivsten Zollerhöhungen seit 90 Jahren. Er fordert Allianzen mit Kanada, Mexiko und Indien, um den Druck auf die USA zu erhöhen und warnt vor steigender Inflation in den USA sowie möglicher Deflation in Deutschland.
Internationale Dimensionen und Reaktionen
Die Auswirkungen der US-Zollpolitik haben auch internationale Dimensionen. Laut ZDF sieht der Außenhandelsverband BGA die US-Maßnahmen als Frontalangriff auf den Welthandel und fordert eine geschlossene europäische Reaktion. Die neue Strategie von Trump, die angeblich unfairen Handelspraktiken seiner Partner anzuprangern und als „Abzocke“ zu bezeichnen, könnte die USA als Markt unattraktiver machen, was die Inflation anheizen könnte.
Wirtschaftsexperten warnen vor der Unsicherheit, die Trumps Zollpolitik erzeugt, und deren möglichen negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft. ZDF-Wirtschaftsexperte Florian Neuhann kritisiert Trumps Ansatz als einseitig. Er betont, dass der Handel kein Nullsummenspiel sei und dass die USA ebenfalls von den Handelsbeziehungen mit Deutschland profitierten.
Bodenständig bleibt also die Frage, wie sich diese neuen Herausforderungen auf die bayerische sowie die gesamtdeutsche Wirtschaft auswirken werden. Ein allgemeiner Konsens besteht darin, dass Europa in Erwägung ziehen sollte, seine Handelsbeziehungen mit anderen Regionen zu stärken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.