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Thilo Mischke: Kontroversen um ARD-Moderator – Öffentlicher Protest wächst!

Thilo Mischke wird offenbar nicht Moderator des ARD-Kulturmagazins „ttt“. Öffentliche Kritik wegen sexistisch empfundener Äußerungen und ein offener Brief von über 100 Kulturschaffenden erschüttern die Personalentscheidung.

Thilo Mischke wird offenbar nicht Moderator des ARD-Kulturmagazins „ttt – titel, thesen, temperamente“. Diese Entscheidung, die in Berichten der „Süddeutschen Zeitung“ und der Deutschen Presse-Agentur verbreitet wurde, folgt auf massive öffentliche Kritik, die kurz vor Heiligabend begann. Die ARD hat sich bislang offiziell noch nicht zu diesem Vorgang geäußert, ein Rückzug Mischkes scheint jedoch im Raum zu stehen. Der Journalist wurde als Nachfolger von Max Moor vorgestellt, der seit 2007 über 800 Sendungen moderiert hat.

Die Kontroversen um Mischke entzündeten sich insbesondere an seinen veröffentlichten Arbeiten. Feministinnen werfen ihm in einem offenen Brief Sexismus und Frauenfeindlichkeit vor. Ein zentraler Punkt in dieser Kritik ist sein Buch „In 80 Frauen um die Welt“ aus dem Jahr 2010, welches als frauenfeindlich eingestuft wird. Hinzu kommt ein Podcast aus dem Jahr 2019, in dem Mischke evolutionistischen Nonsens über einen angeblichen „Vergewaltigungsdrang“ von Männern äußerte. Trotz intensiver Auseinandersetzung mit den Vorwürfen und einer öffentlichen Entschuldigung bleibt das Bild eines umstrittenen Moderators bestehen.

Öffentliche Gegenwehr und Initiativen

Vor zwei Tagen protestierten mehr als 100 Kulturschaffende, darunter prominente Namen wie Saša Stanišić und Raul Krauthausen, in einem offenen Brief gegen Mischkes Berufung. In diesem Brief wird die Entscheidung der ARD als „nachhaltig beschädigend“ für die Sendung bezeichnet. Die Unterzeichner betonen, dass sie sich Moderator*innen wünschen, die sensibel und empathisch auf aktuelle gesellschaftliche Diskurse reagieren können.

Die Kritik bezieht sich auch auf weitere Publikationen Mischkes, darunter das Buch „Die Frau fürs Leben braucht keinen großen Busen“ von 2013, in dem er sich ebenfalls sexistisch geäußert haben soll. Der offene Brief schlägt Alarm und fordert eine klare Positionierung der ARD gegen Rape Culture und diskriminierende Äußerungen. Die ARD verteidigte Mischke zunächst und betonte die Wichtigkeit von Meinungsvielfalt und Toleranz in der „ttt“-Redaktion, die von sechs ARD-Sendern getragen wird.

Verteidigung und die Rolle der ARD

Trotz der sich häufenden Vorwürfe und dem offenen Widerstand hält die ARD weiterhin an Mischke fest und hebt seine journalistische Kompetenz hervor. Die Angelegenheit wirft Fragen über die institutionelle Haltung der ARD in Bezug auf Sexismus und Frauenrechte auf. Mischke habe sich zwar von den Inhalten seiner früheren Werke distanziert und Schritt unternommen, um sicherzustellen, dass „In 80 Frauen um die Welt“ nicht wieder aufgelegt wird, doch die Skepsis gegenüber seiner Person bleibt in der Kulturszene stark ausgeprägt.

Es bleibt abzuwarten, ob die ARD auf die öffentliche Kritik eingehen wird oder ob Mischke trotz der Wellen, die er schlägt, in der zunächst angekündigten Position als Moderator bestehen bleibt. Diese Entwicklungen sind ein weiteres Beispiel für die Dynamik in der Medienlandschaft und den anhaltenden Diskurs über Geschlechtergerechtigkeit und Verantwortung in der Berichterstattung.

Referenz 1
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Referenz 2
www.stern.de
Referenz 3
library.oapen.org
Quellen gesamt
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