
Eine Jugendliche wurde in einer Straßenbahn in Würzburg Opfer sexueller Belästigung. Der Vorfall ereignete sich am Freitagmittag zwischen 13:20 und 13:30 Uhr, als die junge Frau mit der Linie 5 vom Heuchelhof in Richtung Innenstadt fuhr. Der Täter stieg an der Haltestelle Reuterstraße ein und belästigte die Jugendliche, indem er sie zweimal an die Schulter und einmal am Hüftbereich anfasste. Anschließend stieg er an der Haltestelle Dom aus und flüchtete in unbekannte Richtung.
Der gesuchte Täter wird als circa 50 bis 60 Jahre alt beschrieben, mit einer Körpergröße von etwa 1,80 Metern und kräftigem Körperbau. Auffällig ist seine Kleidung: Er trug eine orange Warnweste, graue Hose und ein schwarz-weiß kariertes Hemd. Die Polizei in Würzburg sucht nun Zeugen, die Hinweise zu diesem Vorfall geben können. Interessierte werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0931/457-2230 zu melden, um weitere Informationen bereitzustellen. InFranken berichtet.
Hintergrund zu Sexualdelikten in Deutschland
Dieser Vorfall wirft ein Licht auf die anhaltenden Probleme von sexueller Gewalt in Deutschland. Eine Dunkelfeldstudie des Bundeskriminalamtes aus dem Jahr 2020, die über 46.000 Menschen befragte, zeigt auf, dass 6% der Frauen ab 16 Jahren im vergangenen Jahr strafrechtlich relevante Sexualdelikte erlebten. Schockierend ist, dass nur 1% aller Sexualdelikte angezeigt wird. Bei schwerwiegenderen Fällen wie Missbrauch oder Vergewaltigung liegt die Anzeigequote lediglich bei etwa 10%.
Die Dunkelfeldstudie betont zudem, dass Gewalt- und Sexualdelikte überwiegend von Männern begangen werden. So entfielen 91% der Körperverletzungen und 95% der Sexualdelikte auf männliche Täter. Es ist zu beobachten, dass die Kriminalität im digitalen Raum zunimmt, doch diese Delikte werden seltener angezeigt als analoge Delikte. Diese alarmierenden Statistiken machen deutlich, dass viele Opfer von sexueller Gewalt Schwierigkeiten haben, sich zur Anzeigen zu entscheiden und dass ein breiteres Bewusstsein und Unterstützung dringend erforderlich sind. Weitere Informationen und Erkenntnisse finden Sie auf der Webseite der Initiative Frauen gegen Gewalt.