
Ab dem 1. Januar 2028 müssen alle Tankstellen in Deutschland mindestens eine Schnellladesäule für Elektroautos bereitstellen. Diese Entscheidung traf das Bundeskabinett, um den wachsenden Anforderungen der Elektroautofahrer gerecht zu werden. Während einige Tankstellen bereits im Jahr 2026 mit den notwendigen Umbauten beginnen müssen, wird die Regelung etwa 1,52 Millionen Elektroautofahrer in Deutschland betreffen. Laut den aktuellen Zahlen von Statista waren bis zum 1. Juli 2024 genau 1,52 Millionen Elektroautos in Deutschland zugelassen.
Die Bundesregierung verfolgt mit dieser Maßnahme das Ziel, den Absatz von Elektroautos erheblich zu steigern. Bis 2030 soll die Zahl der zugelassenen Elektrofahrzeuge auf 15 Millionen ansteigen. Um dies zu erreichen, besteht ein dringender Bedarf an einem flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur, welcher aktuell noch nicht ausreichend gedeckt ist. Tankstellenbetreiber sind daher verpflichtet, Schnellladesäulen mit einer Mindestleistung von 150 Kilowatt bereitzustellen. Laut Focus werden voraussichtlich rund ein Dutzend Unternehmen von dieser Regelung betroffen sein.
Ladeinfrastruktur in Europa
Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge erfordert eine umfassende Ladeinfrastruktur. Laut einer aktuellen Studie von GridX gibt es in Europa rund 750.000 Ladepunkte, die sich auf 32 Länder verteilen, darunter die 27 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich. Deutschland selbst hat 120.625 Ladepunkte und steht damit hinter den Niederlanden mit 144.453 Ladepunkten an zweiter Stelle in Europa. Im internationalen Vergleich hat Deutschland mit 145 Ladepunkten pro 100.000 Einwohner den 13. Platz inne.
Interessanterweise werden Schnellladesäulen, die Gleichstrom nutzen, um 96% schneller installiert als herkömmliche Wechselstrom-Ladestationen. Dies ist ein wichtiger Faktor, da die Nachfrage nach Elektroautos stetig steigt. Deutschland verfügt über 6.730 kW installierte Ladekapazität pro 100.000 Einwohner, was im europäischen Vergleich den 11. Platz bedeutet. Auch wenn Deutschland im Bereich Ladegeschwindigkeit und Zuwachs bei Schnellladepunkten gut positioniert ist, gibt es noch erhebliches Potenzial zur Verbesserung.
Marktentwicklung der Elektrofahrzeuge
Die Marktanteile von batterieelektrischen Fahrzeugen wachsen weiterhin. Im Jahr 2023 betrug der Anteil dieser Fahrzeuge an den Neuzulassungen in Europa rund 14,6 Prozent. Besonders auffällig ist der progressiv steigende Marktanteil in Norwegen, wo über 82 Prozent der Neuzulassungen Elektroautos betreffen. In diesem Kontext spiegelt sich auch der Trend wider, dass Benzin- und Dieselautos erstmals weniger als die Hälfte der Neuzulassungen ausmachten, was eine bemerkenswerte Wende im Automobilmarkt darstellt.
Die Volkswagen Gruppe hält laut Statista einen Marktanteil von 26 Prozent bei Pkw-Neuzulassungen in der EU, während Tesla weiterhin als Marktführer im E-Auto-Segment gilt. Die wachsende Vielfalt an Angeboten, einschließlich der neuen Modelle von Volkswagen, Stellantis und Renault, unterstützt den Trend hin zur Elektromobilität, auch wenn die chinesischen Hersteller bisher nur geringe Marktanteile erreichen konnten.
Zusammenfassend ist deutlich, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland und ganz Europa von zentraler Bedeutung für die erfolgreiche Umstellung auf Elektrofahrzeuge ist. Während die Nachfrage wächst, muss die Infrastruktur schnell genug angepasst werden, um den künftigen Bedarf der Verbraucher zu decken und die Klimaziele zu erreichen.