
Die Traumstrände von Mallorca, einem beliebten Urlaubsziel, sind in den letzten Jahren nicht nur für ihre Party-Möglichkeiten am Ballermann und ihre historischen Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale von Mallorca bekannt, sondern auch für ein unerwartetes Problem: die Zunahme von Quallen. Besonders verbreitet sind derzeit die sogenannten Spiegeleiquallen und Segelquallen, die für Touristen sowohl eine Kuriosität als auch eine potenzielle Unannehmlichkeit darstellen. Laut derwesten.de sind diese Quallenarten zwar für Menschen ungefährlich, ihre viele zehrende Anwesenheit wird jedoch durch einen Geruch von Verwesung begleitet, wenn sie an den Stränden verenden.
Konkret sind beide Quallenarten, die am Port de Sóller gesichtet wurden, in ihrer Erscheinung unterschiedlich. Die Spiegeleiqualle, die ihren Namen einer Form und Farbe verdankt, die einem Spiegelei ähnelt, stellt keine ernsthafte Gefahr dar, obwohl ihr Kontakt schmerzhaft sein kann. Die Segelqualle trägt eine auffällige, segelförmige Struktur und ist ebenfalls für Menschen harmlos, stellt jedoch eine ästhetische Herausforderung für die Strände dar.
Quallenplage auf Mallorca
Die steigende Anzahl dieser Nesseltiere ist nicht nur ein vorübergehendes Phänomen. In den letzten drei Jahren hat die Sichtbarkeit der Spiegeleiquallen vor der Küste Mallorcas signifikant zugenommen, insbesondere mit Beginn der Reisesaison im westlichen Mittelmeer. Wie t-online.de berichtet, sind die Wassertemperaturen in dieser Region inzwischen bis zu vier Grad wärmer als in den entsprechenden Zeiträumen in den Jahren 1981 bis 2012.
Diese Erwärmung begünstigt die Vermehrung der Quallen. Forscher prognostizieren, dass sich das Klima des südlichen Mittelmeers um zwei Grad und des nördlichen Mittelmeers um etwa vier Grad bis Ende des Jahrhunderts weiter erwärmen wird. Die Forschung zeigt, dass Quallen von diesen Veränderungen profitieren, während andere Tierarten ihren Lebensraum verlieren müssen. In einer Studie des Alfred-Wegener-Instituts wurde festgestellt, dass die meisten Quallenarten ihre geografische Verbreitung ausweiten werden. Der Klimawandel hat somit negative Auswirkungen auf die Biodiversität, während Quallen sich anpassen und gedeihen können.
Quallen als Klima-Gewinner
Quallen zeichnen sich durch ihre Anpassungsfähigkeit aus. Wie im Bericht von forschung-und-wissen.de dargestellt wird, können sie in wärmeren Gewässern neue Regionen besiedeln und zeigen sich als Gewinner des Klimawandels. Dies könnte langfristig die Fischbestände, insbesondere in den arktischen Gewässern, unter Druck setzen, da Quallen mit Fischen um Nahrungsressourcen wie Fischlarven und Eier konkurrieren. Der Druck auf die Meeresökosysteme könnte damit ansteigen und die bestehenden Bestände gefährden.
In der aktuellen Situation müssen die Urlauber Augen und Ohren offenhalten, denn die Strände Mallorcas, die einst nur für ihren goldenen Sand bekannt waren, sehen sich nun in diesem Jahr einer Quallenplage gegenüber. Das Beachten von Sicherheitswarnungen und die Vermeidung des Kontakts mit den Nesselwesen bleibt für Badegäste unerlässlich. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Populationen dieser Quallenarten im Zuge weiterer klimatischer Veränderungen entwickeln werden.