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Jugendliche in Bergheim kämpfen gegen Cybergrooming – Podcast erobert die Schule!

Zwei Schüler aus Frechen präsentieren einen innovativen Podcast über Cybergrooming im Polizeizentralgebäude in Bergheim. Minister Reul würdigt ihr Engagement zur Aufklärung.

Im Herzen von Bergheim präsentierten zwei talentierte 15-jährige Schüler der Realschule Frechen, Thanu und Marcel, ihren Podcast über das kritisch wichtige Thema Cybergrooming. Diese Initiative fand im Zentralgebäude der Polizei des Rhein-Erft-Kreises statt und wurde von NRW-Innenminister Herbert Reul gewürdigt, der den beiden Schülern für ihr bemerkenswertes Engagement mehr als 40 Urkunden überreichte. “Es ist beeindruckend zu sehen, wie junge Menschen sich aktiv mit solch bedeutenden gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen”, betonte Reul.

Cybergrooming bezeichnet das gezielte Ansprechen von Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene im Internet, mit dem erschreckenden Ziel, diese auf sexuelle Handlungen zu drängen. Diese Problematik hat durch die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft an Brisanz gewonnen, was auch das Interesse der Schüler an diesem Thema erklärt. Der Podcast, der in Zusammenarbeit mit der Polizei entstand, wurde in 17 Sprachen übersetzt, um Sprachbarrieren zu überwinden, die Eltern häufig den Zugang zu diesen wichtigen Inhalten erschweren. Diese Übersetzungen basieren auf dem Wunsch der Schüler, ihre Herkunftssprachen einzubringen.

Gewaltige Ehren und wichtige Aufklärungsarbeit

Das Projekt, das vor etwa vier Jahren mit dem Podcast “Sicher im Netz” begann, ist Teil einer breiteren Initiative zur Aufklärung über Risiken im Internet. Parallel hierzu läuft das Projekt Medienscouts, das an 1200 Schulen in NRW durchgeführt wird. Dabei werden Schüler zu Medienscouts ausgebildet, die ihr Wissen über Cybermobbing, Sexting und Datenmissbrauch an ihre Mitschüler weitergeben. Laut Informationen von Peter Kikulski, dem Leiter der Direktion Kriminalität im Rhein-Erft-Kreis, wurden im Jahr 2024 etwa 300 Cybergrooming-Fälle registriert, wobei die Aufklärungsquote bei beeindruckenden 90 Prozent liegt.

Organisierte Gruppen, die Kinder und Jugendliche zu sexuellen Handlungen und Gewalt anstiften, sind laut Warnungen von Europol ebenfalls ein ernstzunehmendes Problem. Die Notwendigkeit, Kinder und Jugendliche über die Gefahren des Internets aufzuklären, wird immer drängender. Daher ist eine offene Kommunikation über diese Themen unerlässlich.

Schutzmaßnahmen und Bildungsressourcen

Die Bedeutung der Aufklärung über Cybergrooming wird auch von zahlreichen Bildungsressourcen unterstützt. Eine Unterrichtseinheit für Lehrkräfte an Schulen vermittelt, was Cybergrooming ist und wie man sich davor schützen kann. Die Schüler sollen lernen, Warnzeichen zu erkennen und verstehen, dass Cybergrooming eine Straftat darstellt. Zu den Lernzielen gehört, die Gefahren von sozialen Netzwerken und Online-Plattformen zu erkennen und sensibel mit dem Thema umzugehen.

Bei einer Befragung der Landesanstalt für Medien NRW äußerten 67 % der Kinder und Jugendlichen den Wunsch nach mehr Unterrichtsinhalten zu diesem Thema. Die Landesanstalt bietet hierfür vielfältige Materialien an, einschließlich Erklärfilmen und didaktischen Hinweisen, um Lehrkräfte bei der Sensibilisierung ihrer Schüler zu unterstützen. Auf der Website fragzebra.de können betroffene Kinder und Jugendliche auch Fälle von Cybergrooming melden und sich über Hilfsangebote informieren.

Somit macht der Podcast von Thanu und Marcel nicht nur auf die Gefahren des Cybergroomings aufmerksam, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Prävention. Der Podcast ist über verschiedene Kanäle, einschließlich der Homepage der Polizei, verfügbar und bietet somit eine wichtige Ressource für Betroffene und Interessierte.

Referenz 1
www.ksta.de
Referenz 2
www.ndr.de
Referenz 3
medienkompetenzrahmen.nrw
Quellen gesamt
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