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Das Ende der Autodominanz: Dresdner Mobilität im Wandel!

Eine aktuelle Studie der TU Dresden zeigt, dass die Dominanz des Autos in der Stadt schwindet. Fuß- und Radverkehr gewinnen an Bedeutung, während Pkw-Nutzung zurückgeht. Verkehrsbürgermeister Kühn betont die Wichtigkeit dieser Veränderungen für die zukünftige Verkehrsplanung.

Die TU Dresden hat eine wegweisende Studie zur Mobilität in Städten veröffentlicht, die einen signifikanten Wandel im Mobilitätsverhalten der Dresdner zeigt. Diese Studie, die unter dem Titel „Mobilität in Städten“ läuft, wurde zwischen Februar 2023 und Februar 2024 durchgeführt und befragte über 3.300 Personen in Dresden. Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn von den Grünen hebt die Bedeutung dieser Erkenntnisse für die zukünftige Verkehrsplanung hervor, insbesondere in Zeiten, in denen sich die Städte zunehmend orientieren müssen, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen.

Die Studie zeigt, dass der Pkw-Verkehr in Dresden um 18% gesunken ist, sodass die Autofahrer täglich nur noch 4,8 Millionen Kilometer zurücklegen. 2013 lag dieser Wert noch bei 7,6 Millionen Kilometern. Gleichzeitig stieg der Fußverkehr um 150.000 Kilometer pro Tag, der Fahrradverkehr nahm um 25.000 Kilometer zu und der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) wurde ebenfalls um 20.000 Kilometer häufiger genutzt. Im Jahr 2023 wurden 34% der Wege zu Fuß zurückgelegt, 29% mit dem Auto, 21% mit dem ÖPNV und 16% mit dem Fahrrad.

Veränderungen durch Corona und der Einfluss der Technik

Die Veränderung des Mobilitätsverhaltens wird nicht zuletzt durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die verstärkte Nutzung von Homeoffice geprägt. Laut der Studie arbeiteten 11,3% der Befragten an den Stichtagen ganztägig von zu Hause. Zudem gewannen E-Bikes an Bedeutung; inzwischen machen sie 10% aller Fahrräder aus. Der Einsturz der Carolabrücke, ein markantes Ereignis im Dresdner Verkehrsbild, hatte nur geringe Auswirkungen auf den Verkehr.

Eine weitere interessante Entwicklung zeigt, dass das Deutschlandticket zu einem Rückgang der Autofahrten unter Einpendlern um fast 10% beigetragen hat. Diese Trends unterstreichen die Notwendigkeit einer Neuaufteilung des Verkehrsraums. Bürgermeister Kühn plant, das Angebot für Radler und den ÖPNV weiter zu verbessern, teilweise auf Kosten des Autoverkehrs. Hierbei ist besonders die Zufriedenheit in den verschiedenen Verkehrsmitteln von Bedeutung. Autofahrer in Dresden bewerten ihre Zufriedenheit mit einer Note von 2,9, während Fußgänger und ÖPNV-Nutzer im Vergleich zu ähnlichen Städten zufriedener sind.

Ausblick auf die Mobilitätswende

Im Kontext der Diskussion um eine nachhaltige Mobilität ist auch die Studie des Fraunhofer IESE hervorzuheben, die sich mit der zukünftigen öffentlichen Mobilität beschäftigt. Der Bus wird hierbei als ein nachhaltiges Mobilitätsangebot angesehen, das viele Menschen mit geringem Energieaufwand befördern kann und keine zusätzliche Infrastruktur erfordert. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant für ländliche und suburbanen Regionen, wo häufig das eigene Auto genutzt wird, weil der Linienbus unattraktiv erscheint.

  • Gründe für die Unattraktivität des Linienbusses:
    • schlechte Taktung
    • fehlende Flexibilität
    • hohe Fahrpreise

Die Studie legt nahe, dass der Bus seinen Platz in der Mobilitätslandschaft finden und die Nutzer*innen in den Mittelpunkt aller Überlegungen gestellt werden müssen, um zur Mobilitätswende und zum Klimaschutz beizutragen. Dies kann nur gelingen, wenn sowohl die Stadtplanung als auch die Verkehrspolitik in Dresden diese Trends berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen ergreifen.

Die Veränderungen im Mobilitätsverhalten der Dresdner sind nicht nur ein Zeichen für aktuelle Trends, sondern auch ein Hinweis auf die Richtung, in die sich die Verkehrspolitik wandeln muss. Während das Auto nicht mehr die dominierende Rolle im Stadtverkehr spielt, gewinnen nachhaltige Verkehrsmittel wie Fußgänger, Radfahrer und der öffentliche Nahverkehr zunehmend an Bedeutung. Die Stadt Dresden steht somit vor der Herausforderung, diese Entwicklung aktiv zu gestalten und gleichzeitig die Lebensqualität für ihre Bürger zu erhöhen.

Referenz 1
www.saechsische.de
Referenz 2
tu-dresden.de
Referenz 3
www.iese.fraunhofer.de
Quellen gesamt
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