
Im ersten Quartal des Jahres 2025 meldet das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz eine hohe Nachfrage nach Rüstungsexporten aus Deutschland. Insgesamt wurden Genehmigungen im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro erteilt. Diese Zahlen spiegeln die anhaltenden geopolitischen Spannungen wider, insbesondere im Kontext des Ukraine-Konflikts, der die Rüstungspolitik aller beteiligten Länder stark beeinflusst.
Von den 1,5 Milliarden Euro entfallen etwa 846 Millionen Euro auf Kriegswaffen und 621 Millionen Euro auf sonstige Rüstungsgüter. Besonderes Augenmerk gilt der Ukraine, die mit Rüstungsexportgenehmigungen von rund 573 Millionen Euro das Hauptempfängerland ist. Dies entspricht einem Trend, der bereits im Jahr 2024 festgestellt wurde, als die Ukraine der größte Empfänger von deutschen Rüstungsgütern war. Die Unterstützung der Ukraine macht somit bereits 65 Prozent des Werts der Genehmigungen für Drittländer aus.
Einschätzung der Genehmigungen
Die Analyse der Genehmigungen zeigt, dass etwa 80 Prozent für EU-, NATO- und NATO-gleichgestellte Länder erteilt wurden. Für diese Länder beläuft sich der Genehmigungswert auf rund 588 Millionen Euro. Lediglich 20 Prozent der Genehmigungen gingen an sonstige Drittländer, wobei auffällt, dass 96 Prozent des Genehmigungswertes für Drittländer auf die Ukraine entfallen.
Eine detaillierte Betrachtung der zehn Länder mit den höchsten kumulierten Rüstungsgenehmigungen im ersten Quartal 2025 zeigt die folgende Rangfolge:
Rang | Land | Genehmigungswert (Euro) |
---|---|---|
1 | Ukraine | 573.028.997 |
2 | Katar | 166.634.471 |
3 | Estland | 112.007.116 |
4 | Slowakei | 66.706.650 |
5 | Schweden | 52.601.046 |
6 | Schweiz | 47.923.750 |
7 | Frankreich | 41.768.684 |
8 | Vereinigte Staaten | 38.506.080 |
9 | Japan | 28.076.185 |
10 | Israel | 27.973.483 |
Globale Zusammenhänge des Rüstungsmarktes
Weltweit beläuft sich der geschätzte Wert des Handels mit Waffen auf etwa 40 bis 50 Milliarden US-Dollar jährlich. Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI gab es zwischen 2007 und 2011 einen signifikanten Anstieg von 24 Prozent im internationalen Rüstungsmarkt im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren. Die USA und Russland sind die größten Waffenexporteure und machen zusammen über die Hälfte der weltweiten Waffenexporte aus, was die geopolitischen Spannungen und Konflikte umso deutlicher herausstellt.
Rüstungs- und Waffengeschäfte werden zunehmend durch geopolitische Konflikte angetrieben. Die Zunahme der Waffeneinfuhren in Regionen wie Syrien und die steigenden Militärhaushalte im Nahen Osten verdeutlichen diese Dynamiken. Die BRICS-Staaten und andere Entwicklungsländer zeigen zudem ein wachsendes Interesse an modernen Waffentechnologien und militärischer Aufrüstung. Diese Entwicklungen sind nicht nur eine Reaktion auf bestehende Konflikte, sie gestalten auch die zukünftigen geopolitischen Landschaften.
In der Gesamtbetrachtung zeigt sich, dass die Rüstungsexportpolitik Deutschlands eng geflochten ist mit den globalen Trends im Waffenhandel und den spezifischen Bedürfnissen der Region, insbesondere in Bezug auf die Ukraine. In diesen Zusammenhängen ist die Transparenz und regulatorische Effizienz von großer Bedeutung für die zukünftige Stabilität und Sicherheit in Europa und darüber hinaus. Weiterführende Informationen dazu bietet unter anderem die jährliche Rüstungsexportberichtserstattung der EU sowie die Datenbanken des SIPRI und der Vereinten Nationen.