
Rosa von Praunheim, der bekannte deutsche Regisseur und Pionier der queeren Filmkunst, präsentiert seinen neuen Film „Satanische Sau“ bei der kommenden Berlinale. Der Film hat seine Weltpremiere in der renommierten Reihe Panorama, die für innovative und bemerkenswerte Werke bekannt ist. In diesem Werk spielt die Schauspielerin Katy Karrenbauer eine Hauptrolle, während auch Armin Dallapiccola, Justus Herrmann, Nico Ehrenteit und Gerhard Haase-Hindenberg zum Ensemble gehören.
„Satanische Sau“ wird als „verschmitzt, kinky und sanft“ beschrieben und liefert zugleich einen „poetischen Abriss über Leben und Tod“. Diese dramaturgischen Ansätze unterstreichen die eigenwillige Handschrift von Praunheim, der eine lange Tradition mit dem Filmfestival verbindet, seit er in den 1960er Jahren in der Filmbranche aktiv wurde. Die 75. Ausgabe der Berlinale findet zwischen dem 13. und 23. Februar statt und verspricht ein spannendes Programm.
Künstlerische Wurzeln von Rosa von Praunheim
Rosa von Praunheim, geboren als Holger Radtke im Jahr 1942 in Riga, hat sich im Laufe seiner Karriere als eine bedeutende Figur in der deutschen Film- und Kulturszene etabliert. Seine Biografie ist geprägt von weitreichenden Themen, darunter auch seine eigene Herkunft. Nach dem Tod seiner leiblichen Mutter 1946 und seiner Adoption erlebte der Künstler eine bewegende Spurensuche, die er schließlich in dem Dokumentarfilm „Meine Mütter – Spurensuche in Riga“ verarbeitete.
Von Praunheim verbrachte seine Kindheit in Teltow-Seehof und flüchtete 1953 mit seiner Familie aus der DDR in den Westen. Nach einem Umzug nach Frankfurt errang er erste Erfolge als Schüler, bevor er als freischaffender Künstler und Regisseur in der Filmbranche durchstartete. Sein Debütfilm aus dem Jahr 1971, „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“, gilt als Keimzelle der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland.
Einfluss und Engagement
Im Laufe seiner Karriere hat von Praunheim zahlreiche Filme über queere Themen gedreht und sich aktiv für die Rechte von Minderheiten eingesetzt. Er war an der Gründung zahlreicher Initiativen beteiligt und organisierte 1986 das erste große AIDS-Benefiz in Deutschland. Sein Film „Ein Virus kennt keine Moral“ war einer der ersten deutschen Filme, der die Thematik AIDS behandelte und verdeutlichte seine Rolle als Vorreiter in der gesellschaftlichen Diskussion.
Rosa von Praunheim wurde für sein Lebenswerk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Bundesverdienstkreuz. Er lebt heute mit seinem Lebenspartner Oliver Sechting in Berlin und ist nicht nur als Filmemacher, sondern auch als Theaterregisseur und Professor an verschiedenen Kunst- und Filmhochschulen aktiv.
Die Vorfreude auf „Satanische Sau“ ist hoch, und es bleibt abzuwarten, welche Diskussionen und Resonanzen der Film bei seinem Festivalauftritt hervorrufen wird. Die Berlinale 2025 verspricht, ein weiteres Kapitel in der langen und einflussreichen Geschichte von Rosa von Praunheim zu schreiben.
Für weitere Informationen über die Berlinale und Rosa von Praunheim können die Artikel auf bnn.de, wnoz.de und die Biographie auf Wikipedia eingesehen werden.