Köln

Köln in der Wohnungsnot: Bis 2033 drohen 50% Verlust sozialer Wohnungen!

Kölner Mieterverein warnt vor dem Verlust von über 22.500 Sozialwohnungen bis 2033. Die Grundsteuerreform könnte die Wohnsituation in Köln weiter zuspitzen. Ein entscheidendes Eingreifen ist notwendig!

Die Situation auf dem Kölner Wohnungsmarkt wird für viele Mieter zunehmend prekär. Der Mieterverein kritisiert die Stadt Köln scharf und warnt vor gravierenden Folgen, sollte nicht entschieden eingegriffen werden. Insbesondere die angenommene Grundsteuerreform sorgt für Unmut und wird als zusätzliche Belastung für die Haushalte angesehen. Vorstand Franz-Xaver Corneth stellte fest, dass Mieter nicht für Fehlentscheidungen bei der Grundsteuer bluten dürfen. Der Verein vertritt über 70.000 Haushalte und sieht sich als Sprachrohr für die betroffenen Mieter.

Die Stadt Köln hat den Grundsteuer-Hebesatz für Wohngrundstücke und Gewerbeimmobilien einheitlich festgelegt, um das hohe Rechtsrisiko einer Differenzierung zu vermeiden. Dabei wird kritisiert, dass andere Kommunen differenzierte Hebesätze anwenden und somit gezielter auf lokale Gegebenheiten reagieren können. Es sind nur 6,5 Prozent der Wohnungen in Köln öffentlich gefördert – ein dramatischer Rückgang, denn in den 1990er-Jahren waren es über 20 Prozent. Der Wohnungsmarktbericht für Köln dokumentiert, dass bis Ende 2025 noch 37.580 Wohnungen mit gebundenen Mieten vorhanden sein werden, aber bereits jetzt sind fast die Hälfte der Kölner Bevölkerung berechtigt, diese zu mieten.

Die weitreichenden Auswirkungen der Grundsteuerreform zeigen sich bereits ab dem 1. Januar 2025, wenn die Grundsteuer für Mieter und private Wohnungseigentümer in Köln ansteigt. Die Reform resultiert aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2018, das die alte Besteuerung als ungültig erklärte. Ab 2025 sind die Steuerbelastungen für Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser erheblich. Der Steuermessbetrag wird von 87,42 Euro auf 182,89 Euro für Einfamilienhäuser und von 48,14 Euro auf 64,90 Euro für Eigentumswohnungen ansteigen. Das bedeutet eine drastische Erhöhung der jährlichen Grundsteuer für Mieter: Bei unverändertem Hebesatz könnte die durchschnittliche Steuer von 247,92 Euro auf 334,24 Euro steigen.

Die Mietpreise in Köln haben sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Wie Statista dokumentiert, sind die Angebotsmieten für Wohnungen stetig angestiegen. Im Schnitt wohnen 1,87 Menschen in einer Wohnung, was bedeutet, dass es an bezahlbarem Wohnraum für schätzungsweise 161.000 Menschen fehlt. Das Hans-Böckler-Institut stellte bereits 2018 fest, dass in Köln 86.000 bezahlbare Wohnungen fehlen. Dies sind Wohnungen, deren Miete weniger als 30 Prozent des monatlichen Haushaltseinkommens beträgt.

Das Problem der steigenden Mietpreise wird durch die fehlende Schaffung neuer geförderter Wohnungen verschärft. Ein Bündnis aus Wohnungswirtschaft und Stadt hatte einst das Ziel, jährlich 1000 neue öffentlich geförderte Wohnungen zu schaffen, jedoch wurde dieses Ziel konsequent verfehlt. Selbst im besten Fall ist zu befürchten, dass die verlorenen Sozialwohnungen nicht wieder ausgeglichen werden können. Bis 2033 könnten bis zu 22.500 Sozialwohnungen verloren gehen, was einem Verlust von über 50 Prozent der verbleibenden Sozialwohnungen in Köln entspricht.

In Anbetracht dieser Entwicklung fordert die Kölner Stadtkämmerin die NRW-Landesregierung auf, eine verfassungskonforme Regelung zu schaffen, um die Haushalte vor den finanziellen Belastungen der Reform zu schützen. Die Stadt und der Städtetag NRW spielen hierbei eine entscheidende Rolle, um die Wohnsituation für zahlreiche Kölner nicht weiter zu verschärfen.

Die Dringlichkeit der Situation lässt sich nicht ignorieren, und die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob Köln seine Mieter entlasten kann oder ob viele Menschen weiterhin unter den steigenden Preisen und dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum leiden werden.

Referenz 1
www.ksta.de
Referenz 2
www.rundschau-online.de
Referenz 3
de.statista.com
Quellen gesamt
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