
Am 12. Januar 2025 wurde das Kölner Dreigestirn im Gürzenich offiziell proklamiert. In einer festlichen Veranstaltung, die über 1.300 Gäste anzog, wurde das Sessionsmotto bekanntgegeben: „FasteLOVEnd – wenn Dräum widder blöhe“. Die Oberbürgermeisterin Henriette Reker hielt eine Ansprache, in der sie auch auf die Proklamation des Vorjahres und die Figur Horst Muys einging. Reker erhielt während der Veranstaltung von JP Weber einen Blumenstrauß, was die emotionalen Momente unterstrich. Die Veranstaltung wurde von der StattGarde Colonia Ahoj e.V. ausgerichtet, die in diesem Jahr erstmals das Kölner Dreigestirn stellte.
Das neue Dreigestirn besteht aus Prinz René I. (René Klöver), Bauer Michael (Michael Samm) und Jungfrau Marlis (Hendrik Ermen). Bei der Proklamation wurden die Insignien übergeben: die Pritsche für den Prinzen, der Stadtschlüssel für den Bauern und der Spiegel für die Jungfrau. Prinz René I. drückte seine Freude aus und sah die Proklamation als Erfüllung eines Traums. Während der festlichen Auftritte traten unter anderem die Lucky Kids, der Jugendchor St. Stephan und bekannte Künstler wie Marc Metzger auf.
Emotionale Höhepunkte und technische Pannen
Zu den emotionalsten Momenten der Proklamation gehörte eine bewegende Rede der Jungfrau Marlis, die Themen wie Wertschätzung, Respekt und Toleranz ansprach. JP Weber setzte mit seinem Lied „Ich bin doch nur ein Narr, ein Jeck im Karneval“ einen weiteren emotionalen Akzent, auch wenn er sich bei seinen kritischen Anmerkungen zu Herbert Reul und Donald Trump zurückhaltend zeigte. Technische Probleme trübten jedoch einige Darbietungen. So war Marc Metzger während seiner Ballade „Kopp voll Dräum“ zunächst kaum zu hören, was das Publikum unruhig machte.
Besonders erfreulich war der Auftritt des Tanzcorps Colonia Rut Wiess, das das Publikum mit seiner Darbietung begeisterte. Auch das Tanzcorps der Stattgarde trug zu einer gelungenen Veranstaltung bei. Zum Abschluss des Events trat die Band Kasalla auf und überraschte das Publikum mit rockigen Klängen von Creedance Clearwater Revival, was gemischte Reaktionen hervorrief. Trotz der teils kritischen Stimmen wurde der Respekt für die Künstler eindringlich gefordert.
Der Karneval in Köln: Ein historischer Rückblick
In Gedanken an die Wurzeln des Kölner Karnevals ist es interessant zu bemerken, dass die Wiederbelebung des Volksfestes im Jahr 1822 von „gebildeten“ Männern der Stadt initiiert wurde. Dies führte zur Gründung der Grossen Karnevalsgesellschaft im Jahr 1823, unter deren Einfluss der erste Kölner Rosenmontagszug am 10. Februar 1823 stattfand. Seitdem hat sich der Karneval in Köln kontinuierlich entwickelt und erfreut sich großer Beliebtheit.
Die Trinität des Dreigestirns, die in der Proklamation gefeiert wurde, spiegelt die Tradition und den Stolz wider, die mit dem Kölner Karneval verbunden sind. Der Karneval ist nicht nur eine Feier des Frohsinns, sondern auch ein wichtiges Element der Kultur und Identität der Stadt Köln.