
Die Ukraine hat im Rahmen ihrer Verteidigung gegen die russische Aggression eine Flotte von 2000 Nachtsicht-Drohnen mit dem Namen „Baba Yaga“ aufgebaut. Diese Drohnen haben sich als äußerst effektiv erwiesen und verursachen erhebliche Verluste für die russischen Streitkräfte im Ukraine-Krieg. Die „Baba Yaga“ ist eine vergleichsweise große Quadrocopter-Drohne, die in der Lage ist, Granaten abzuwerfen. Dank ihrer Nachtsichttechnik sind nächtliche Einsätze möglich, was sie zu einem gefürchteten Werkzeug im Arsenal der ukrainischen Streitkräfte macht.
Die Drohnen, oft von den russischen Soldaten als gefürchtete „Hexe“ bezeichnet, können schwere Granaten transportieren. Sie sind in der Lage, Panzerabwehrminen, etwa vom Typ TM-62, und 120 mm Mörser-Granaten abzuwerfen. Ihre hohe Zerstörungskraft und die Fähigkeit, im Dunkeln zu operieren, erlauben es der Ukraine, gezielte Angriffe auf russische Truppen zu führen. Aufnahmen dieser nächtlichen Angriffe sind aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse oftmals weniger deutlich, was ihre Verbreitung in sozialen Medien erschwert, aber dennoch die Effektivität der Einsätze unterstreicht, wie Kreiszeitung berichtet.
Operationen Über Krynky
Eine besondere Rolle spielen die Drohnen in der Region um Krynky, wo ukrainische Marineverbände vor sechs Wochen einen Brückenkopf errichteten. Die Verwendung der „Baba Yaga“ als Nachtbomber hat den russischen Truppen schwere Verluste zugefügt. Diese Drohne wird durch eine Kombination aus Drohnenoperatören und Spezialisten für elektronische Kriegsführung unterstützt, die die russischen Stellungen überraschten. Dabei etablierten die ukrainischen Streitkräfte koordinierte Kill-Chains zwischen Drohnenbetreibern, Analytikern und Artilleristen. Diese Taktik führte dazu, dass die ukrainischen Kräfte lokal die Lufthoheit über Krynky erlangten, trotz der Fähigkeiten der russischen Luftwaffe, wie Forbes beschreibt.
Ein weiterer Vorteil der „Baba Yaga“ ist ihre Ausstattung mit einer Infrarotkamera, die es ihr ermöglicht, auch nachts effektiv zu operieren. Dennoch ist die Drohne nicht ohne Herausforderungen. In dicht bewaldeten Gebieten hat sie Schwierigkeiten, präzise Ziele zu treffen. Ukrainische Drohnenkommandanten berichteten, dass die dichten Baumkronen die Einschätzung der Angriffsresultate erschweren.
Drohnen im Kriegsverlauf
Drohnen haben sich im Ukraine-Konflikt als entscheidender Faktor erwiesen. Dies zeigt sich auch in der hohen Abschussquote von über 90 % bei russischen Shahed-Drohnen, während Russland zunehmend Kamikaze-Drohnen vom Typ Shahed 136 einsetzt, um ukrainische Ziele anzugreifen. Die Ukraine hat ihrerseits ein akustisches Detektionssystem entwickelt, das dabei hilft, angreifende Drohnen frühzeitig zu erkennen und durch gezielte Störmaßnahmen die Kommunikationsverbindungen feindlicher Drohnen zu unterbrechen, wie ZDF berichtet.
Die Innovationsgeschwindigkeit der Ukraine im Bereich der Drohnentechnologie ist bemerkenswert, wobei neue Konzepte und Taktiken kontinuierlich entwickelt werden, um der Herausforderung der russischen Überlegenheit in der Luft entgegenzutreten. Diese Entwicklungen tragen nicht nur zur Steigerung der Effektivität der ukrainischen Streitkräfte bei, sondern auch dazu, das Rekrutierungsproblem der Ukraine zu mildern, indem junge Soldaten in modernen Technologien ausgebildet werden.