
Am 23. Januar 2025 trat US-Präsident Donald Trump erstmals auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos auf, wo er per Videoansprache eine 45-minütige Rede hielt. In seiner Ansprache forderte Trump niedrigere Ölpreise und verband diese mit dem Ukraine-Krieg. Er plante, Saudi-Arabien und die OPEC zu drängen, die Ölpreise zu senken, um den Konflikt zu beenden. „Amerika ist zurück und offen für Geschäfte“, erklärte er, während er Unternehmen aufforderte, in den USA zu produzieren, andernfalls müssten sie mit Zöllen rechnen.
Trump, der als Symbol für eine „America First“-Politik auftrat, stellte sich gegen den Multilateralismus, der das Forum prägte. Er kritisierte die EU und ihre Handelspraktiken als „sehr unfair“ und bemängelte das Handelsungleichgewicht bei Autos und Agrarprodukten. Während die Gespräche in Davos auch über die Notwendigkeit einer Verteidigungsausgabensteigerung der NATO-Staaten führten, forderte Richard Grenell, US-Sondergesandter, von den Mitgliedern eine Erhöhung auf 5 % des BIP.
Reaktionen auf Trumps Äußerungen
Trump betonte in seiner Rede die Bedeutung der US-Wirtschaft und beschuldigte seinen Amtsvorgänger Joe Biden für die „enormen Handelsdefizite“, die die USA mit China hatten. Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt stellte er die Behauptung auf, dass der Krieg sofort enden würde, sollten die Ölpreise fallen. Dies sah er als unmittelbare Möglichkeit, Frieden zu schaffen.
Im Rahmen seiner Ausführungen unterstrich Trump die Notwendigkeit, mit Russland in Dialog zu treten. Er signalisierte Offenheit für ein baldiges Treffen mit Wladimir Putin, um den Konflikt in der Ukraine zu beenden. Außerdem drohte er Russland mit weiteren Sanktionen, sollte es keine Verhandlungen zur Beendigung des Krieges geben. Der ukrainische Präsident Selenskyj forderte unterdessen von den Verbündeten „echte Garantien“ vor Verhandlungen.
Wirtschaftliche Implikationen und Investitionen
Die wirtschaftlichen Ambitionen Trumps wurden auch durch die Ankündigung Saudi-Arabiens untermauert, Investitionen in Höhe von 600 Milliarden Dollar in den USA zu tätigen. Trump hob hervor, dass die USA unter seiner Führung die „Welthauptstadt für künstliche Intelligenz und Kryptowährungen“ werden sollten. Er legte dar, dass eine Rückkehr zur Förderung von Öl und Gas nach dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen seine Agenda festlege.
Die Herausforderungen der US-Wirtschaft, wie Infrastrukturmängel und Bildungsdefizite sowie eine Staatsverschuldung von über 100 % des BIP, wurden in den Diskussionen ebenfalls angesprochen. Die USA sehen sich zudem einem sinkenden Anteil an weltweiten Exporten gegenüber und kämpfen mit einem drastischen Rückgang ihrer Direktinvestitionen seit 1980.
Insgesamt offenbarte Trumps Auftritt in Davos nicht nur seine strategischen wirtschaftlichen Absichten, sondern auch seine aggressive Handels- und Außenpolitik, die eine klare Botschaft sendet: Die USA unter seiner Ägide sind bereit, sich den globalen Herausforderungen auf eine Weise zu stellen, die sich von den bisherigen Ansätzen erheblich unterscheidet.
Für weiterführende Details zu Trumps Rede und den wirtschaftlichen Kontext, siehe auch die Berichterstattung von fr.de, jungefreiheit.de und bpb.de.