
Der ehemalige US-General Ben Hodges hat sich jüngst über die Ansichten von Donald Trump zum Ukraine-Konflikt geäußert. Trump hatte während seines Wahlkampfes die bemerkenswerte Behauptung aufgestellt, den Krieg in der Ukraine innerhalb von 24 Stunden beenden zu können. Diese kühnen Aussagen sind jedoch nicht die einzige Facette, die Hodges in seiner Analyse betrachtet. Er ist überzeugt, dass Trump eine starke Haltung gegenüber dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einnehmen wird, um nicht als Verlierer dazustehen, wie Remszeitung berichtet.
Nach dem Wahlsieg äußerte Trump den Wunsch, sechs Monate Zeit für die Beendigung des Krieges zu haben. In diesem Kontext hat er Keith Kellogg, ebenfalls ein ehemaliger General, als seinen beauftragten Vermittler für die Ukraine ernannt. Kellogg hat das Ziel ausgegeben, den Konflikt innerhalb von 100 Tagen zum Abschluss zu bringen und betont gleichzeitig, dass Russland nicht zu vertrauen sei. Hodges zeigt sich skeptisch gegenüber Trumps Wahlkampfaussagen, misst diesen jedoch auch ein gewisses politisches Gewicht bei.
Strategische Überlegungen und ukrainische Offensive
Einen weiteren Aspekt seiner Analyse beleuchtet Hodges, indem er die jüngste ukrainische Offensive in der Region Kursk lobt. Er bezeichnet diese als „genialen Schachzug“, der das Narrativ, dass Russland unbesiegbar sei, grundlegend ändern könnte. Die Erfolge der Ukraine könnten nicht nur die moralische Unterstützung der westlichen Verbündeten stärken, sondern auch das Vertrauen der ukrainischen Truppen in den eigenen Sieg fördern.
In einem größeren sicherheitspolitischen Kontext ist der Krieg in der Ukraine ein dominantes Thema in den USA. Die Biden-Administration verfolgt eine Strategie, die sich auf finanzielle Hilfe, humanitäre Unterstützung und Waffenlieferungen konzentriert, ohne Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer direkten Konfrontation mit Russland führen könnten. Artikel von der SWP hebt hervor, dass die Rivalität mit China derzeit das übergeordnete Narrativ in der US-Außen- und Sicherheitspolitik bildet.
Während die Herausforderungen in Afghanistan, Syrien, Jemen und Libyen weiterhin auf der Agenda stehen, hat der Dienstaustritt aus Afghanistan auch einen Rückzug aus einem groß angelegten militärischen Engagement zur Folge. Die Biden-Administration hat sich darauf konzentriert, die Bedeutung von Menschenrechten und Demokratie in den Vordergrund zu stellen, während gleichzeitig pragmatische Kompromisse mit autoritären Regimen notwendig sind, um Verbündete gegen Russland und China zu gewinnen und die Energiepreise zu stabilisieren.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich Trumps Strategien auf die US-Außenpolitik und insbesondere auf die Unterstützung der Ukraine auswirken werden. Hodges‘ Einschätzungen bieten einen interessanten Ausblick auf die potenziellen Entwicklungen, die nicht nur die Ukraine, sondern auch die transatlantischen Beziehungen nachhaltig beeinflussen könnten. Insbesondere wird zu beobachten sein, wie sich die politische Landschaft unter Trumps möglicherweise verstärktem Einfluss ändert.