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Schwere Kämpfe ums Überleben: Pokrowsk im Fokus der Ukraine-Front

Schwere Kämpfe im Osten der Ukraine: Russischer Druck auf Pokrowsk nimmt zu, während die ukrainischen Streitkräfte strategische Rückschläge analysieren. Drohnen spielen eine entscheidende Rolle im Konflikt.

Im Osten der Ukraine entbrannten heftige Kämpfe zwischen russischen Angreifern und ukrainischen Verteidigern, die derzeit rund um die Kleinstadt Pokrowsk am Rande des Donbass toben. Laut Angaben des Generalstabs in Kiew wurden allein 153 russische Angriffe an verschiedenen Frontabschnitten registriert. Die ukrainischen Streitkräfte berichteten von massiven Versuchen der russischen Truppen, die Verteidigungslinien zu durchbrechen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte auf die angespannten Frontkämpfe und ernannte General Mychajlo Drapatyj zum neuen Kommandeur der Gruppierung „Chortizja“. Drapatyj behält zudem das Kommando über die Landstreitkräfte, während sein Vorgänger, General Andrij Hnatow, in den Generalstab versetzt wurde. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass russische Einheiten rund um Pokrowsk 70 Angriffe mit artilleristischer Unterstützung durchführten, die jedoch abgewehrt wurden.

Die Lage in Pokrowsk

Die Umgebung von Pokrowsk ist zurzeit der Brennpunkt der Kämpfe. Die 47. mechanisierte Brigade der ukrainischen Streitkräfte berichtet von einem Anstieg russischer Offensive-Operationen, bei denen hauptsächlich auf massierte Infanterieangriffe gesetzt wird, unterstützt durch Kampfdrohnen. Laut Brigadesprecherin Anastasija Blischtschik fehlen den russischen Streitkräften offensichtlich gepanzerte Fahrzeuge, was die Taktiken beeinflusst. Aufklärungsdrohnen zeigten große Ansammlungen zerstörter Fahrzeuge.

Die ukrainischen Verteidigungslinien werden verstärkt, und der Generalstab in Kiew plant, die Schlagkraft in der Region zu erhöhen. Aufgrund der heftigen Kämpfe kam es auch zu Berichten über fahnenflüchtige ukrainische Soldaten, die aufgrund von Rückschlägen in der Region Pokrowsk und der anhaltenden Übermacht der Gegner entmutigt wurden. Aktuelle offizielle Angaben informieren über einen Toten und vier Verletzte durch russische Artillerievorstöße in Pokrowsk und der benachbarten Stadt Konstantinowka.

Drohnenkrieg und militärische Innovationen

Parallel zu den Bodenkämpfen hat der Drohnenkrieg an Intensität zugenommen. Ukrainische Streitkräfte attackierten ein Depot mit Drohnensprengköpfen in Orjol, Russland, wodurch 200 Kamikazedrohnen außer Gefecht gesetzt wurden. Dies geschieht in einem Kontext fortlaufender ukrainischer Angriffe auf Militärstützpunkte und Munitionsdepots in Russland, um die russische Versorgung zu stören.

Die Ukraine hat sich zudem als innovativ im Einsatz von Drohnen erwiesen. Sie verfügen über eine hohe Abschussquote von über 90 Prozent bei russischen Drohnen vom Typ Shahed. Russland setzt seinerseits immer häufiger auf die Nutzung von invasiven Kamikazedrohnen und experimentiert mit neuen Technologien zur Steuerung dieser Fluggeräte. Eine akustische Detektionstechnologie wurde entwickelt, um angreifende Drohnen frühzeitig zu erkennen und die Funkverbindungen feindlicher Drohnen zu stören.

Der ukrainische Verteidigungsminister Boris Pistorius reiste kürzlich nach Kiew, um über zusätzliche Hilfen für die Ukraine zu sprechen. Der anhaltende Konflikt hat auch wirtschaftliche Implikationen; so ist die Eroberung von Pokrowsk von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung für Russland, wie der ukrainische Strategieexperte Andrij Ryschenko erklärte. Die Entwicklung und Nutzung von Drohnen könnte dazu beitragen, ein Rekrutierungsproblem in der Ukraine zu mildern und die Lage an der Front entscheidend zu beeinflussen.

Die aktuelle Situation in Pokrowsk und der gesamte Konflikt verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die Ukraine steht, während sie weiterhin sowohl auf dem Schlachtfeld als auch in der technologischen Kriegsführung konsequent kämpfen muss. Die Dynamik dieser Kämpfe wird entscheidend dafür sein, wie sich der Konflikt in den kommenden Wochen entwickeln wird.

Referenz 1
www.lvz.de
Referenz 2
www.rpr1.de
Referenz 3
www.zdf.de
Quellen gesamt
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