
Am 20. Januar 2025, dem 1.061. Tag der russischen Invasion in der Ukraine, hat sich die Situation in der Region weiter zugespitzt. Laut Al Jazeera haben die russischen Behörden Ermittlungen zu einem angeblichen „kanibalistischen Massaker“ an Zivilisten im seit August 2022 von der Ukraine besetzten Dorf Russkoe Porechnoye eingeleitet. In einem Keller eines Wohngebäudes wurden die Leichname von mindestens sieben Zivilisten entdeckt, was die Brutalität der Auseinandersetzungen einmal mehr verdeutlicht.
Während die ukrainische Armee unter dem Oberbefehl von Oleksandr Syrskii von einem Mangel an mechanisierten Brigaden berichtet, wird deutlich, dass die Mobilisierungskapazitäten unzureichend sind. Zusätzlich beschuldigte die ukrainische Generalstaffel die russischen Streitkräfte, im Dezember 2024 in 434 Fällen Munition mit verbotenen Chemikalien eingesetzt zu haben. Dies führte zu einer alarmierenden Gesamtzahl von 5.389 dokumentierten Fällen seit Februar 2023.
Aktuelle militärische Entwicklungen
In der Nacht konnten die ukrainischen Luftstreitkräfte 43 der 61 russischen Drohnenangriffe abwehren, ohne dass größere Schäden oder Opfer gemeldet wurden. Trotz dieser Erfolge berichtet The Intel Drop von fortwährenden russischen Vorstößen in der Donetsk-Region, wo das Dorf Vozdvyzhenka erobert wurde. Zudem verzeichnete das Institute for the Study of War (ISW) Fortschritte russischer Streitkräfte in den Regionen Kursk, Kupyansk, Lyman, Chasiv Yar, Torestsk, Kurakhove und Velyka Novosilka.
Gleichzeitig konnten die ukrainischen Streitkräfte in Chasiv Yar und Toretsk verlorene Positionen zurückerobern, was auf eine weiterhin aktive Frontlinie hindeutet. Es ist auch bemerkenswert, dass russische Freiwilligenmilitärverbände weiterhin versuchen, Frauen für den Krieg zu rekrutieren, um ihre Kampftruppen zu verstärken.
Internationale Dimensionen des Konflikts
Der Konflikt hat nicht nur lokale, sondern auch weitreichende globale Auswirkungen. Wie in einer Analyse der SWP dargelegt, hat sich der Krieg zunehmend internationalisiert. Der Westen ist durch umfassende militärische, politische und wirtschaftliche Unterstützung für die Ukraine tief in die Auseinandersetzungen involviert, während Russland von Ländern wie Iran und Nordkorea Unterstützung erhält.
Der Einfluss dieser Unterstützung hat zur Polarisierung des internationalen Systems beigetragen. Nordkoreanische Soldaten sind mittlerweile direkt in die Kampfhandlungen involviert. Gleichzeitig haben China und andere Staaten Hilfe geleistet, um Russland zu unterstützen und westliche Sanktionen zu umgehen. Diese Entwicklungen tragen zur Destabilisierung anderer Konfliktregionen und zur Schwächung internationaler Institutionen bei, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind.
Insgesamt bleibt der Krieg in der Ukraine ein zentrales Problem für die weltweite Ernährungssicherheit und die internationalen Energiemärkte, wohingegen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und dem Westen erheblich beeinträchtigt sind.