BildungGesetzHannoverLüneburg

Skandal in Lüneburg: Vermisste Skelette in Kriegsgedenkstätte entdeckt!

In Lüneburg wird um die verschwundenen Skelette von Opfern des NS-Regimes geforscht. 75 Erwachsene und 4 Kinder werden vermisst, während gefälschte Friedhofsunterlagen neue Untersuchungen erfordern.

Die Gedenkstätte in Lüneburg steht im Fokus intensiver Ermittlungen, da sie den Verbleib von Opfern des NS-Regimes klären möchte. Wie der Weser-Kurier berichtet, fehlen derzeit 75 Skelette von Erwachsenen und 4 von ermordeten Kindern. Die Gedenkstättenleiterin Carola Rudnick hat die Berichte des NDR bestätigt und geführt, dass von 35 gefundenen sterblichen Überresten keine Zuordnung möglich sei. Zudem scheinen die Friedhofsunterlagen gefälscht zu sein, was die Umstände über die Bestattungen weiter verkompliziert.

Die Vermutung besteht, dass die Gräber im Jahr 1975 ursprünglich für Opfer der NS-Psychiatrie eingerichtet wurden, dabei jedoch Gebeine aus anderen Gräbern nicht umgebettet wurden. Historische Aufzeichnungen legen nahe, dass zwischen 1941 und 1945 in Lüneburg Hunderte geistig oder körperlich behinderte Kinder ermordet wurden.

Ein denkmalgeschütztes Bildungszentrum

Die Gedenkstätte, die seit 2004 an die Opfer der NS-Diktatur in der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg erinnert, erhielt am 30. August 2020 ein neues Bildungszentrum. Diese Einweihung fand unter coronabedingten Einschränkungen mit einem begrenzten Teilnehmerkreis statt. Wie die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung mitteilt, wurde in diesem Zentrum besonders an die mindestens 450 Kinder erinnert, die während des Krieges zwischen 1941 und 1945 ermordet oder verhungert sind.

Das Bildungszentrum ist in einem historisch bedeutsamen Gärtnerhaus untergebracht, das umfassend saniert wurde. Vor der Wiederherstellung war es seit Jahrzehnten ungenutzt und dem Verfall preisgegeben. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung sowie der Sparkassenstiftung Lüneburg, um die Erinnerungsarbeit zu intensivieren und Bildung zu fördern.

Ein düsteres Kapitel der deutschen Geschichte

Um den Kontext der Gedenkstätte und ihrer Arbeit besser zu verstehen, ist der Blick auf die Euthanasie-Programme der Nationalsozialisten wichtig. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung wurde 1933 ein Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses verabschiedet, das Zwangssterilisationen legalisierte. Ziel war es, die Fortpflanzung von Menschen zu verhindern, die nicht den nationalsozialistischen Rasseidealen entsprachen.

Schätzungen zufolge wurden zwischen 350.000 und 400.000 Menschen zwangssterilisiert. Die Euthanasie, ursprünglich als „schöner Tod“ definiert, avancierte zur systematischen Ermordung von Menschen, die der nationalsozialistischen Ideologie nicht entsprachen – darunter auch viele Kinder. Zwischen 1941 und 1945 sind schätzungsweise 5.000 Kinder im Rahmen dieser Programme getötet worden.

Die Gedenkstätte in Lüneburg und das neue Bildungszentrum dienen dem wichtigen Zweck, diese dunkle Vergangenheit aufzuarbeiten und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten. Öffentliche Gelder standen in der Vergangenheit für die Kriegsgräberstätte zur Verfügung, dennoch wurden die Mängel in den Dokumenten und Aufzeichnungen erst jetzt aufgedeckt. Mit Hilfe von modernen Technologien wie Bodenradar und Luftaufnahmen wird nun versucht, den verschwundenen sterblichen Überresten auf den Grund zu gehen. Das Innenministerium in Hannover hat sich bereits eingeschaltet, um Unterstützung in der Aufklärung zu bieten.

Referenz 1
www.weser-kurier.de
Referenz 2
www.nsks.de
Referenz 3
www.bpb.de
Quellen gesamt
Web: 14Social: 106Foren: 81