
In Myanmar hat ein verheerendes Erdbeben weitreichende Folgen gehabt. Es führt zu Tausenden von Toten, vielen Vermissten und massiven Zerstörungen an der Infrastruktur. Diese humanitäre Katastrophe wurde von der Welthungerhilfe als „Jahrhundertkatastrophe“ bezeichnet. Trotz der dramatischen Situation führt die Militärjunta, die seit dem Putsch 2021 an der Macht ist, weiterhin Luftangriffe durch und blockiert Hilfslieferungen für die Betroffenen. Auch die allgemeine Lage in Myanmar ist angespannt, da die Konflikte zwischen der Militärjunta und verschiedenen Milizen andauern, was zu einer prekären Sicherheitslage führt. Ostsee-Zeitung berichtet, dass besonders die Rohingya-Minderheit unter diesen Bedingungen leidet und weiterhin aus Myanmar flieht, während die Situation von Willkür geprägt ist.
Trotz dieses katastrophalen Geschehens bleibt das globale Interesse an Myanmar überraschend gering. Andere Konflikte, wie im Sudan, Südsudan, Afghanistan, im Kongo und in Bosnien, ziehen ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich. Im Sudan hat sich die staatliche Ordnung zerschlagen; Millionen Menschen sind auf der Flucht. Die Taliban haben in Afghanistan die Macht an sich gerissen und terrorisieren fortlaufend Frauen und Mädchen. Im Kongo kämpfen Regierungstruppen und Milizen erbittert gegeneinander, was die Stabilität der Region weiter gefährdet. In Bosnien hingegen untergraben serbische Nationalisten den Frieden und gefährden die EU-Integration. Solche Konflikte destabilisieren die Regionen, schaffen Rückzugsräume für Terrorgruppen und treiben Menschen zur Flucht.
Menschenrechtslage in Myanmar
Die Situation der Menschenrechte in Myanmar ist weiterhin alarmierend. Laut der Amnesty International waren bis Ende 2023 mehr als 25.000 Menschen seit dem Putsch inhaftiert. Die Assistance Association for Political Prisoners (Burma) berichtet, dass sich Mitte Dezember 2023 nahezu 20.000 Menschen in Haft befanden. Die Inhaftierten sind oft Oppositionsführer*innen, Aktivist*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen und Journalist*innen. Unfaire Gerichtsverfahren sind an der Tagesordnung, wobei über 1.600 Menschen im Jahr 2023 zu Haftstrafen oder gar zum Tode verurteilt wurden.
Die Verfahren finden häufig in Behelfsgerichten in Gefängnissen und Militärgerichten statt, mit stark eingeschränktem Zugang zu Rechtsbeiständen. Prominente Fälle wie der politische Aktivist Wai Moe Naing, der wegen Hochverrats zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, zeigen die Dringlichkeit der Problematik. Zudem wurden Familienangehörige politischer Gegner regelmäßig inhaftiert.
Im Jahr 2023 kündigte die Militärregierung mehrere Amnestien an, bei denen über 20.000 Gefangene freigelassen wurden, jedoch handelte es sich oft um Personen, die wegen gewöhnlicher Straftaten inhaftiert waren. Die Haftbedingungen sind unmenschlich. Berichte über Folter und Misshandlungen sowie das Tötung und Verschwindenlassen von politischen Gefangenen während ihrer Verlegung verstärken die ohnehin prekäre Situation.
Diese Entwicklungen zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, die Lage in Myanmar und anderen Krisengebieten weltweit aufmerksam zu verfolgen und Entwicklungshilfe als Werkzeug zur Konfliktbewältigung zu betrachten. Nur durch internationale Solidarität und aktives Handeln können die leidenden Menschen in Myanmar und anderswo unterstützt werden.