
Die unsichtbaren Heldinnen der Tourismusbranche: Reinigungskräfte in den Hotels auf Usedom. Diese Arbeiterinnen und Arbeiter sind unverzichtbar für die Sauberkeit und Ordnung, die Urlauber von ihren Unterkünften erwarten. Doch trotz ihrer zentralen Rolle erhalten sie immer weniger Wertschätzung, insbesondere in Form von Trinkgeldern. Ostsee-Zeitung berichtet, dass die Arbeitgeber Reinigungskräfte oft als „Putzfeen“ bezeichnen, was den Respekt vor ihrer Arbeit infrage stellt.
Die Anforderungen an Reinigungskräfte haben sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Ulrike Köster berichtet, dass es zunehmend schwierig wird, geeignete Bewerber zu finden, da die Arbeitsbedingungen als eine Herausforderung empfunden werden. Auf Usedom leben jedoch viele Menschen aus Polen, die bereit sind, für eine Anstellung in deutschen Hotels zu pendeln. Dies ist ein Vorteil, den Regionen wie Rügen und Fischland-Darß nicht haben.
Dringlichkeit und Druck im Arbeitsalltag
In den großen Hotelanlagen zwischen Wismar und Rostock müssen Reinigungskräfte oft in kurzer Zeit arbeiten: An manchen Tagen verabschieden sich rund 100 Gäste, während 80 neue ankommen. Zwischen diesen Abreisen und Anreisen bleibt wenig Zeit, um die Zimmer gründlich zu reinigen. Als Folge stehen die Reinigungskräfte oft unter starkem Zeitdruck und müssen viele Zimmer in kurzer Zeit reinigen.
Die Corona-Pandemie hat die Hygiene- und Sauberkeitsansprüche der Gäste erhöht. Das hat nicht nur die Sichtbarkeit der Arbeit von Reinigungskräften verstärkt, sondern auch den Druck, der auf ihnen lastet. Diese Arbeiter werden zwar als „systemrelevant“ anerkannt, doch die Bezahlung bleibt hinter dieser Anerkennung zurück. Mit der Entscheidung, ob Zimmer gereinigt werden oder nicht, können Gäste seit der Pandemie selbst Einfluss auf die Arbeitsbelastung der Reinigungskräfte nehmen.
Trinkgeld und Wertschätzung
Ein weiterer Aspekt, der die Arbeit von Reinigungskräften betrifft, ist die sinkende Höhe der Trinkgelder. Dies belastet die Motivation und Zufriedenheit der Arbeiter. Ehemals übliche Trinkgelder werden durch kleine Aufmerksamkeiten wie Pralinen oder Dankeskarten ersetzt. In einigen Hotels wird das Trinkgeld sogar gesammelt und aufgeteilt, auch für Geschenke zu besonderen Anlässen.
Aber nicht alle Arbeitsbedingungen sind für die Reinigungskräfte fair. Die Arbeiterkammer hebt hervor, dass viele Reinigungskräfte Erkrankungen aufgrund ungünstiger Körperhaltungen, schwerem Heben und dem häufigen Kontakt mit gefährlichen Stoffen riskieren. Oftmals bleibt die Arbeitssicherheit auf der Strecke, da der Zeitdruck die Gewährleistung von Schutzmaßnahmen behindert.
In der Zukunft ist es essenziell, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die Belastungen für das Reinigungspersonal zu reduzieren. Innovative Technologien, wie der Einsatz von Maschinen und Robotern, können dazu beitragen, die physische Belastung zu verringern. Doch trotz aller technischen Hilfsmittel bleiben die Reinigungskräfte ein unverzichtbarer Bestandteil der Hotelbranche.