DeutschlandLeipzigStudie

Leipzigs Plan: Mit Ernährung das Klima bis 2040 retten!

Leipzig plant, durch eine nachhaltige Ernährungsstrategie bis 2040 klimaneutral zu werden. Fokus liegt auf Lebensmittelsparen, regionaler Landwirtschaft und Biomärkten. Bürgerumfrage bis 6. Februar aktiv!

Leipzig hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Seit 2019 gilt in der Stadt der Klimanotstand, und die Bürgermeisterin hat das Ziel ausgegeben, die Stadt bis 2040 klimaneutral zu machen. Um dieses anspruchsvolle Ziel zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen pro Kopf auf 0,25 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Ein entscheidender Faktor dabei ist die Ernährung, da rund ein Viertel aller Klimagase in Deutschland aus der Lebensmittelproduktion stammen. Laut der LVZ könnten über 600 kg CO2-Emissionen pro Kopf durch ein verändertes Ess- und Einkaufsverhalten sowie durch weniger Lebensmittelverschwendung eingespart werden.

Insbesondere Fleisch, Milch und Eier verursachen erhebliche Treibhausgase, während Änderungen in der landwirtschaftlichen Produktion zusätzlich über 350 kg CO2 pro Kopf und Jahr eingespart werden könnten. Daher richtet sich der Fokus auf die Förderung regionaler Landwirtschaft und den verstärkten Einsatz von Bio-Lebensmitteln. Die Stadt hat bereits eine Studie zum Ernährungssystem in Leipzig in Auftrag gegeben, um den Zugang zu gesunden, regional produzierten Lebensmitteln für alle Bürger zu verbessern.

Strategien zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung

Ein wesentlicher Aspekt der Klimaschutzstrategie ist die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung. In Deutschland werden erschreckende 313 Kilo Lebensmittel pro Sekunde weggeworfen. Dies entspricht etwa 40 Prozent der weltweit produzierten Nahrungsmittel, die nie konsumiert werden. Wenn man Lebensmittelverschwendung als eigenes Land betrachten würde, wäre es der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen, direkt nach den USA und China. Das zeigt eine Analyse des WWF.

Jährlich gehen schätzungsweise 1,2 Milliarden Tonnen genießbarer Nahrungsmittel bei und nach der Ernte verloren. Zusammen mit weiteren 931 Millionen Tonnen entlang der Lieferkette und 400 Millionen Tonnen im Konsum ergibt dies eine alarmierende Summe von 2,5 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfällen. Diese mengenmäßig erschreckenden Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, die Ernährungswende voranzutreiben.

Beteiligung der Bürger und künftige Pläne

Um die Leipzigern in den Wandel einzubeziehen, führt die Stadt die Umfrage „Ist euch regional auch nicht Wurst?“ durch, die bis zum 6. Februar aktiv ist. Die Ergebnisse dieser Umfrage sowie die Erkenntnisse aus vier geplanten Fachworkshops zu verschiedenen Themen der nachhaltigen Ernährung werden in die Strategieformulierung einfließen. Diese umfassenden Planungen zielen darauf ab, eine stärkere regionale Wertschöpfungskette zu schaffen und Landwirte durch finanzielle Unterstützung zu fördern, wodurch nachhaltig angebaute Lebensmittel für alle verfügbar werden.

Das ausgearbeitete Konzept soll Ende des Jahres dem Stadtrat vorgelegt werden. Die Kombination aus politischem Willen, Bürgerbeteiligung und innovativen landwirtschaftlichen Ansätzen könnte entscheidend dafür sein, ob Leipzig seine Klimaziele tatsächlich erreicht und gleichzeitig ein umweltfreundlicheres Ernährungssystem etabliert.

Referenz 1
www.lvz.de
Referenz 2
static.leipzig.de
Referenz 3
www.wwf.de
Quellen gesamt
Web: 9Social: 69Foren: 85