
In den USA steigen die Eierpreise auf Rekordhöhen, was zunehmend kreative Lösungen für die bevorstehenden Osterfeiertage hervorgebracht hat. Angesichts der hohen Preise und der knappen Bestände greifen viele Amerikaner zu ungewöhnlichen Methoden: Anstelle von Ostereiern werden Kartoffeln oder sogar Marshmallows gefärbt. In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Videos, die Inspirationen für alternative Ostereier-Designs bieten. John Young, der Betreiber von Young’s Jersey Dairy in Ohio, plant sogar, erstmals Plastik-Eier für sein beliebtes Ostereiersuchen zu verwenden, die mit Gutscheinen für Karussellfahrten gefüllt sind.
Normalerweise kauft Young hierfür etwa 10.000 Eier. Die Veranstaltung zieht jedes Jahr rund 2.000 Teilnehmer an. Trotz der Herausforderungen sorgt die Entscheidung, das Event nicht abzusagen, für positive Resonanz in den sozialen Medien. In einer Umfrage gaben 90 Prozent von 9.000 Befragten an, trotz steigender Preise weiterhin Ostereier färben zu wollen. Joe Ens, Geschäftsführer von Signature Brands, hält das Färben echter Eier weiterhin für relativ erschwinglich.
Übersicht zur Preissituation in den USA und Europa
Die Eierpreise in den USA haben einen dramatischen Anstieg erlebt. Der Preis für ein Dutzend Eier liegt aktuell bei bis zu 10 US-Dollar – im Vorjahr waren es nur 2,35 US-Dollar. Diese Preiserhöhung ist vor allem auf die anhaltende Vogelgrippe (H5N1) zurückzuführen, die seit 2022 über 156 Millionen Vögeln das Leben gekostet hat, darunter viele Legehennen. Im Jahr 2024 stiegen die Eierpreise um 65 Prozent und könnten bis zum Jahr 2025 weiter um 41 Prozent zulegen, was die Gesamtpreise in die Höhe treibt.
Ähnliche Trends sind auch in Deutschland zu beobachten. Die Preise für Eier steigen seit längerem. Im Januar 2024 waren Eier bereits über 40 Prozent teurer als im Jahr 2020. Der Konsum von Eiern steigt, während der Fleischkonsum zurückgeht. Pro Kopf verzehren die Deutschen mittlerweile 236 Eier pro Jahr – 15 Eier mehr als vor einem Jahrzehnt.
Die steigende Nachfrage nach Eiern wird durch die wachsende Bevölkerung in Deutschland weiter verstärkt. Im Jahr 2024 wurden vorläufig 13,7 Milliarden Eier produziert, was einen Anstieg um 0,6 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Allerdings handelt es sich hierbei um ein sensibles Gleichgewicht, da Deutschland nicht über genügend Produzenten verfügt, um den gesamten Bedarf selbst zu decken. Rund 73 Prozent der verbrauchten Eier stammen aus dem Inland, während der Großteil der Importe aus den Niederlanden kommt, wo die Produktion aktuell sinkt.
Der Einfluss der Vogelgrippe auf die Eierproduktion
Die niederländische Regierung bietet Entschädigungszahlungen an Tierhalter an, um die Tierhaltung zu reduzieren, was die Situation zusätzlich kompliziert. Seit 2022 ist das routinemäßige Töten männlicher Küken in Deutschland verboten, was ebenfalls zu einem geringeren Angebot führt, da die Auflagen für die Haltung von Legehennen strenger geworden sind. Hierbei legen die Hennen nun längere Zeit Eier, wodurch kleinere Exemplare, die für das Ostereierfärben bevorzugt werden, seltener zur Verfügung stehen.
Die Preisbeobachtungsstelle Marktinfo Eier & Geflügel (MEG) meldet, dass auf die Osterfeiertage hin zwar Eier knapp sind, dennoch nicht alle Ostern ohne bunte Eier gefeiert werden müssen. Die Entwicklung der Erzeugerpreise in Deutschland zeigt bis März 2025 weiterhin einen Aufwärtstrend.
Die Erzeugerpreise variieren je nach Art der Haltung. Im Februar 2025 lagen die Erzeugerpreise für weiße Eier bei 16,97 Euro pro 100 Stück und für braune Eier bei 17,34 Euro pro 100 Stück. Im März wurden für Eier aus Bodenhaltung durchschnittliche Preise von 20,16 Cent je Stück festgestellt, während Freilandhaltungseier zu Preisen von 25,02 Cent je Stück angeboten wurden.
Insgesamt zeigt die Situation rund um die Eierpreise sowohl in den USA als auch in Deutschland, wie vielfältig und herausfordernd die Herausforderungen für Produzenten und Verbraucher sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte weiter entwickeln und welche kreativen Lösungen sich die Menschen für die kommenden Feiertage einfallen lassen werden.
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