
Am 2. April 2025 beginnt ein sensibler Transport von sieben Castor-Behältern mit hochradioaktiven Atomabfällen aus Niedersachsen nach Bayern. Die Vorbereitungen für diesen Transport laufen bereits auf Hochtouren, während genaue Zeitabläufe und Routen aus Sicherheitsgründen geheim gehalten werden. Das Ziel des Transports ist das Zwischenlager in Niederaichbach, das sich im Landkreis Landshut befindet. Der gesamte Hafen in Nordenham, wo der Transport startet, wird von der Polizei unter strenger Aufsicht bewacht.
Das Spezialschiff „Pacific Grebe“ hatte am Montagmorgen in Nordenham angelegt, um die Behälter auf einen Waggon umzuladen. Seitdem haben Atomkraft-Gegner in der Region Kundgebungen und Mahnwachen abgehalten, um auf die Gefahren der Lagerung von Atommüll hinzuweisen. Martin Stümpfig, ein Politiker der Grünen, äußerte, dass die unzureichende Sicherung des hochradioaktiven Atommülls ein grundlegendes Problem darstellt. Er wies darauf hin, dass die Zwischenlager ursprünglich für eine Nutzung von 40 Jahren geplant waren, jedoch nun aufgrund des Mangels an Endlagern eine Nutzung von bis zu 100 Jahren in Betracht gezogen werden muss.
Sicherheitsvorkehrungen und Proteste
Im Rahmen des Transports wird die Sicherheit durch Beamte der Bundespolizei, der Bundesbereitschaftspolizei und der Landespolizei gewährleistet. Zuvor hatten bereits sechs Castor-Behälter aus der Wiederaufbereitung im britischen Sellafield ihren Weg nach Deutschland gefunden, und insgesamt müssen 14 Behälter aus Sellafield zurückgenommen werden. Einige dieser Behälter lagern zurzeit in Brokdorf in Schleswig-Holstein. Bereits in der Vergangenheit hatte der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) Kritik an den Transporten geübt und zu Protesten aufgerufen. Im Landkreis Landshut wird jedoch nicht mit größeren Protesten gerechnet, es sind nur vereinzelte Gruppen möglich.
Die Grüne Partei in Bayern hat in den letzten Tagen verstärkt auf die Notwendigkeit eines besseren Schutzes für die Zwischenlager hingewiesen. Außerdem fordern die Grünen eine ehrliche Debatte über den Atommüll und die Sicherheit der Lagerung. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zwar einen Ausbau der Kernenergie gefordert hat, jedoch keine konkreten Vorschläge zur Atommülllagerung präsentierte.
Es bleibt abzuwarten, wie der Transport verlaufen wird. Trotz der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und der geschätzten Anpassungen, die die Behörden vorgenommen haben, sind die Bedenken der Bevölkerung in Bezug auf Atomkraft und Atommüll nach wie vor hoch. Die Region Niederaichbach ist an die Lagerung von Atomabfällen gewöhnt, da dort bereits 88 Castor-Behälter lagern. Dennoch bleibt der Druck auf die Politik und die Behörden, eine langfristige und sichere Lösung für das Problem des Atommülls zu finden.
Das Thema Atommüll und dessen Rückführung aus den Aufbereitungsanlagen ist für Deutschland von besonderer Bedeutung. Deutschland ist völkerrechtlich zur Rücknahme der Atomabfälle verpflichtet, was die Diskussion um die richtige Handhabung und Lagerung weiter anheizt. Bereits im Jahr 2020 waren sechs Castor-Behälter in Biblis in Hessen zwischengelagert worden, wobei der Druck auf die Regierung weiterhin wächst, eine dauerhafte Lösung zu finden.
[pnp.de] berichtet, dass der Transport der sieben Castor-Behälter von Niedersachsen nach Bayern in der Region große Beachtung findet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, während der genaue Ablauf nur den Behörden bekannt ist. [br.de] ergänzt, dass der Zugtransport mit mehreren Lokomotiven und Personenwägen, die von Polizisten begleitet werden, auffällig ist und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie eine Reiterstaffel beinhaltet.