
In Köln-Lindenthal ereignete sich am 20. Januar 2025 um 17:30 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall. Eine 77-jährige Fußgängerin wurde beim Überqueren der Gleueler Straße frontal von einem Auto erfasst und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Der Fahrer, ein 82-jähriger Mann, war in Richtung Militärringstraße unterwegs, als der Unfall geschah. Die Polizei sperrte die Gleueler Straße ab, um ein Verkehrsunfallaufnahmeteam zur Sicherung der Spuren einzusetzen.
Die Umstände des Unfalls werfen ein Licht auf die zunehmenden Gefahren für Fußgänger im Straßenverkehr. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes steigt die Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr kontinuierlich an. Im Jahr 2023 starben in Deutschland bei Verkehrsunfällen insgesamt 2.839 Personen, was einen Anstieg von 1,8 % im Vergleich zu 2022 bedeutet.
Forderungen nach mehr Sicherheit im Fußverkehr
Manfred Wirsch, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), hat wiederholt die Notwendigkeit betont, die Sicherheit von Fußgängern zu verbessern. Die Statistik zeigt, dass die Zahl der verletzten Fußgänger in den letzten drei Jahren gestiegen ist. Dies ist alarmierend, besonders im Kontext des aktuellen Unfalls in Köln.
Wirsch fordert daher eine stärkere Berücksichtigung der Fußgängersicherheit in der Verkehrspolitik. Die Bundesregierung arbeitet an einer umfassenden Fußverkehrsstrategie, die den Bundesrat zur Verabschiedung einer Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) bewegen soll. Neue Regelungen sollen es Kommunen ermöglichen, Zebrastreifen ohne einen speziellen Gefährdungsnachweis anzuordnen, um so die Sicherheit an stark frequentierten Stellen zu erhöhen.
Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit
Die geplanten Maßnahmen umfassen unter anderem die Vereinfachung der Zuweisung von Flächen für Fuß- und Radverkehr. Zudem können künftig Tempo-30-Zonen an Spielplätzen und stark frequentierten Schulwegen an Hauptstraßen angeordnet werden. Diese Novellen sind Teil der 10 Top-Forderungen des DVR zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, zu denen auch eine Verstärkung der Verkehrsüberwachung gehört.
Die Tragik des Vorfalls in Köln sollte als Weckruf dienen, um die Debatte über die Verkehrssicherheit, insbesondere für die verletzlichsten Verkehrsteilnehmer, verstärkt in den Fokus zu rücken. Es bleibt zu hoffen, dass entsprechende Maßnahmen zügig umgesetzt werden, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.