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Castor-Zug erreicht Bayern: Atommülltransport sorgt für Proteste!

Am 4. April 2025 transportierte ein Zug mit sieben Castor-Behältern hoch radioaktive Atomabfälle durch Deutschland nach Niederaichbach. Trotz Protesten verlief der Transport störungsfrei.

Am Nachmittag des 4. April 2025 erreichte ein Zug mit sieben Castor-Behältern, die hoch radioaktive Atomabfälle transportierten, den Bahnhof in Wörth an der Isar. Der Transport war im Hafen von Nordenham, Niedersachsen, gestartet und hatte insgesamt 17 Stunden benötigt, um sein Ziel zu erreichen. Der Bahnhof liegt nur gut drei Kilometer vom Zwischenlager in Niederaichbach entfernt, wo die atomaren Rückstände nun zwischengelagert werden sollen. Die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) und die Polizei berichteten, dass der Transport störungsfrei verlaufen sei.

Die Castor-Behälter waren zuvor per Schiff aus Großbritannien nach Nordenham gebracht worden. In Deutschland besteht eine völkerrechtliche Verpflichtung zur Rücknahme dieser Atomabfälle, die aus den Überresten von Brennelementen deutscher Kernkraftwerke stammen, die zur Wiederaufbereitung nach England geschickt wurden. Kritiker, darunter die Landtags-Grünen und Greenpeace, äußerten jedoch Bedenken bezüglich der Sicherheit der betreffenden Zwischenlager und kündigten an, entlang der Transportstrecke an Kundgebungen und Mahnwachen teilzunehmen.

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Um den Transport abzusichern, wurden umfassende Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die genaue Route sowie der Zeitplan des Transports wurden aus Sicherheitsgründen geheim gehalten. Der Zug bestand nicht nur aus den Castor-Behältern, sondern auch aus mehreren Lokomotiven und Wagen, die von Beamten der Bundespolizei, Bundesbereitschaftspolizei und Landespolizei eskortiert wurden. Zudem wurde eine Reiterstaffel aus Berlin eingesetzt, um die Sicherheit während des Transports zu gewährleisten.

Im Landkreis Landshut wird dennoch nicht mit massiven Protesten gerechnet, obwohl der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) die Bevölkerung zur Teilnahme an Protesten aufruft. Die Region Niederaichbach ist an Atomkraft angewöhnt und lagert bereits über 80 Castor-Behälter. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat zwar einen Ausbau der Kernenergie gefordert, jedoch versäumt, Vorschläge zur Atommülllagerung zu unterbreiten.

Auf der politischen Agenda

Die Verantwortung für die Rücknahme der gesamten Atomabfälle aus der britischen Aufbereitungsanlage Sellafield liegt bei der Bundesrepublik Deutschland in Zusammenarbeit mit den Betreibern der Kraftwerke. Insgesamt sind 14 Castor-Behälter vorgesehen, wobei die aktuelle Lieferung nur sieben der benötigten Behälter umfasst. Der Rest befindet sich derzeit in Brokdorf, Schleswig-Holstein, und wird ebenfalls zurück nach Deutschland gebracht. Sechs Behälter wurden bereits 2020 in Biblis, Hessen, zwischengelagert.

Der Transport dieser Atomabfälle wirft Fragen über Sicherheit und dezentralisierte Lagerung auf. Die Grünen im bayerischen Landtag fordern eine ehrliche Debatte über die Herausforderungen rund um Atommüll und dessen sichere Lagerung. Während der Zug seinen Weg durch Deutschland nimmt, bleibt festzuhalten, dass der Atommüll ein Thema von hoher Brisanz und Komplexität ist.

Referenz 1
www.zvw.de
Referenz 2
www.sueddeutsche.de
Referenz 3
www.br.de
Quellen gesamt
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