
Viele Menschen nehmen sich zum Jahreswechsel vor, bewusster zu leben. Ein veganer Januar, auch bekannt als Veganuary, wird dabei von vielen als eine Möglichkeit betrachtet, sich selbst, der Umwelt und den Tieren etwas Gutes zu tun. Die Nichtregierungsorganisation ProVeg hat zu diesem Thema eine Studie durchgeführt, die die Preise pflanzenbasierter Alternativen im Vergleich zu tierischen Produkten analysiert. Diese Untersuchung zeigt, dass der durchschnittliche Preisunterschied für einen pflanzlichen Warenkorb bei 16 Prozent liegt, was einen Anstieg im Vergleich zu den 2023 berechneten 25 Prozent darstellt und ebenso dem Unterschied von 53 Prozent aus dem Jahr 2022 entspricht, so FAZ.
Im Rahmen der Studie wurden im September 2024 Warenkörbe aus zwölf Produktkategorien in 30 Supermarktfilialen in neun Bundesländern untersucht. Zu den getesteten Supermärkten zählen Aldi Nord, Aldi Süd, Rewe, Kaufland, Edeka und Lidl. Die günstigsten pflanzlichen Warenkörbe fanden sich bei Lidl, während die Preise für vegane Produkte bei Edeka, Kaufland und Rewe höher ausfielen. Ein bemerkenswerter Trend ist, dass Lidl im Herbst 2023 angekündigt hat, die Preise für vegane Eigenmarkenprodukte an die tierischen Produkte anzupassen. Aldi Süd und Kaufland folgten dieser Ankündigung mit ähnlichen Preissenkungen.
Preisstrukturen und Subventionierung
Ein zentraler Aspekt der Preisdifferenzierung wird durch unterschiedliche Mehrwertsteuersätze verdeutlicht: Pflanzenbasierte Produkte unterliegen einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent, während tierische Produkte mit nur 7 Prozent besteuert werden. ProVeg fordert daher die Abschaffung der Mehrwertsteuer für pflanzliche Produkte. Weitere Ursachen für die Preisunterschiede sind die höheren Entwicklungskosten und das Fehlen von Skalenerträgen bei pflanzlichen Produkten, was zu erhöhten Stückkosten führt. Prof. Dr. Jan Wirsam von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin kritisiert zudem, dass tierische Produkte oft in Großverpackungen zu niedrigeren Kilopreisen angeboten werden, während pflanzliche Alternativen häufig nicht in gleicher Weise verfügbar sind, wie die Lebensmittelpraxis berichtet.
Die Preiserhebungen zeigten auch, dass pflanzliche Milch, Fischstäbchen und Schnitzel in etwa der Hälfte der Supermärkte preislich gleich oder sogar günstiger waren als ihre tierischen Pendants. Dennoch gibt es noch viele Menschen, die der Meinung sind, dass vegane Produkte zu teuer sind. Laut Umfragen geben 23 Prozent der Befragten dies an. Die Entscheidung für eine vegane Ernährung wird zudem von Faktoren wie Geschmack, Neugierde und der Wahrnehmung von gesundheitlichen Vorteilen beeinflusst.
Marktentwicklung und Verbrauchertrends
Auf dem deutschen Markt haben vegane Produkte im Jahr 2024 ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnet. Die gesamte Kategorie pflanzlicher Alternativen wuchs im Umsatz um knapp 3 Prozent, während der Absatz um fast 7 Prozent zulegte. Milchalternativen stehen dabei an der Spitze der beliebtesten veganen Ersatzprodukte, gefolgt von Produkten der Rügenwalder Mühle und Alpro. Jedoch mussten vegane Käsealternativen ein Umsatzminus von 22 Prozent hinnehmen.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass etwa 2-3 Prozent der deutschen Bevölkerung sich weitgehend vegan ernähren, während zirka 10 Prozent vegetarisch leben. Die vegane und vegetarische Ernährung erfreut sich besonders bei jüngeren Konsumenten und Frauen großer Beliebtheit. Hier zeigt sich, dass Gewohnheiten oft der Hauptgrund sind, warum sich Verbraucher gegen vegane Produkte entscheiden. Der Wunsch nach Veränderung wird durch das steigende Interesse an tier-, umwelt- und klimafreundlicher Ernährung unterstrichen, was gemeinsam mit signifikanten Preisveränderungen ein bedeutender Anreiz für weitere Marktveränderungen sein könnte, so das This is Vegan berichtet.