BerlinbundesweitDresden

Dresden kämpft mit Wohnungsnot: Chipindustrie plant Werkswohnungen!

Im April 2025 wird in Dresden über ein neues Wohnungsmodell für Chip-Arbeiter diskutiert. Langfristige Mietverträge und Unterstützung der Industrie sollen den Wohnraummangel bekämpfen.

In der boomenden Chipindustrie von Dresden stellt sich ein dringendes Problem: die Wohnungsnot. Um die stetig steigende Nachfrage nach Fachkräften zu decken, hat die Stadt ein Werkswohnungsmodell ins Leben gerufen. Jörg Wimmer von Dresdner Bauträgern hebt hervor, dass die Industrie hierbei eine entscheidende Rolle spielt und finanzielle Unterstützung bieten sollte, um die hohen Zinsen zu kompensieren. Besonders spannend sind die Ziele, die vor Augen stehen: langfristige Mietverträge sollen sowohl die Finanzierungskosten senken als auch bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Der Baubürgermeister Stephan Kühn hat bereits erste Schritte eingeleitet und lädt alle Beteiligten, einschließlich der Chipindustrie, Bauherren und Kommunen, zu Gesprächen ein. Der Branchenverband Silicon Saxony zeigt bisher wenig Engagement im Wohnungsbau, obwohl Geschäftsführer Frank Bösenberg betont, dass die Region stark wächst und Investitionen in den Wohnungsbau sinnvoll und notwendig sind. Jörg Wimmer äußert zudem Bedenken hinsichtlich möglicher sozialer Verwerfungen und appelliert an die Verantwortung der Industrie gegenüber der Dresdner Bevölkerung.

Wachsende Nachfrage nach Werkswohnungen

Der Trend zu Werkswohnungen wird nicht nur in Dresden beobachtet. Die Untersuchung des Instituts Regiokontext zeigt, dass die Nachfrage nach Mitarbeiter-Wohnungen bundesweit steigt. Besonders in Regionen mit akuter Wohnungsnot, wie in Großbritannien, wird dieses Modell wieder populär. Eine Umfrage unter 55 Arbeitgebern belegt, dass vom Betrieb vermittelte Wohnungen zunehmend gefragt sind. Sophie von Saldern, Personalchefin der Kölner Verkehrs-Betriebe, hebt hervor, dass Werkswohnungen ein wichtiges Instrument im Wettbewerb um Fachkräfte sind.

Für Unternehmen bietet diese Lösung zahlreiche Vorteile. Mietpreise für solche Wohnungen sind im Vergleich zum freien Markt oft günstiger. Ein Beispiel ist die Wohnungsgesellschaft der Stadtwerke Köln, die mit ihren 2000 Mitarbeiter-Wohnungen eine „schwarze Null“ erzielt. Auch kommunale Unternehmen, wie städtische Kliniken in München, setzen verstärkt auf solche Lösungen. Historisch gesehen begann der Bau der Werkswohnungen im 19. Jahrhundert, um der Wohnungsnot von Fabrikarbeitern entgegenzuwirken.

Integration internationaler Fachkräfte

Ein weiteres Beispiel für den Nutzen von Werkswohnungen ist die Charité in Berlin. Diese Institution hat 76 möblierte Apartments angemietet, um internationale Pflegekräfte, die verstärkt aus Ländern wie Mexiko und Brasilien angeworben werden, unterzubringen. Die monatliche Miete für ein 25 m² Apartment beläuft sich auf bis zu 700 Euro und schließt Möblierung sowie Nebenkosten ein. Solche Modelle sind essenziell, um qualifizierte Fachkräfte langfristig zu binden.

Die Rückkehr der Werkswohnungen ist daher keine Nischensache mehr, sondern ein notwendiger Schritt, um den Fachkräftemangel in verschiedenen Branchen zu bekämpfen. Seit 2020 erleichtern steuerrechtliche Anpassungen die Bereitstellung von reduzierten Mietwohnungen durch Arbeitgeber. Dies könnte sich positiv auf die allgemeinen Wohnungsbedingungen in vielen Regionen auswirken und zur Linderung der Wohnungsnot beitragen.

Referenz 1
www.mdr.de
Referenz 2
www.sueddeutsche.de
Referenz 3
taz.de
Quellen gesamt
Web: 8Social: 150Foren: 13