
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) plant einen Umzug in das ehemalige Gebäude des Galeries Lafayette in der Friedrichstraße. Diese Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die ZLB dringend einen neuen Standort benötigt. Derzeit ist die Bibliothek auf zwei Standorte verteilt: Blücherplatz und Breiten Straße.
Bereits über 20.000 Menschen haben eine Unterschriftenaktion zur Unterstützung des Umzugs gestartet. Unter den Erstunterzeichnern sind hochkarätige Persönlichkeiten wie Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Hartmut Dorgerloh, Generalintendant des Humboldt Forums. Die Unterschriftenliste dient jedoch nicht als Petition, sondern soll vielmehr die Zustimmung der Bevölkerung für die Initiative zeigen. Dies bestätigte eine Sprecherin der ZLB.
Umzug und Finanzierungsfragen
Die Idee für den Umzug hat Berlins Kultursenator Joe Chialo (CDU) vorangetrieben. Laut den Plänen des Berliner Senats soll das Galeries Lafayette, das seine Pforten Ende Juli 2024 schloss, eine neue Bestimmung als Standort der ZLB erhalten. Erste Gespräche zwischen dem Land Berlin und dem Eigentümer Tishman Speyer Properties haben bereits stattgefunden.
Die geschätzten Kosten für den Umbau des Galeries Lafayette liegen unter 460 Millionen Euro, was deutlich günstiger ist als die ursprünglich eingeplanten Kosten für einen Neubau an der Blücherstraße. Der Umbau könnte zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen, und Generaldirektor Volker Heller bezeichnete das Vorhaben als „Jahrhundertchance“ für Berlin. Zudem würde der Umzug die Friedrichstraße beleben, da ein hohes Publikumsaufkommen erwartet wird.
Hintergrund des Projekts
Das Galeries Lafayette, das 1996 eröffnet wurde, ist bekannt für seine moderne Architektur von Jean Nouvel und zählt zu den markantesten Gebäuden der 1990er Jahre in Berlin. Die ZLB ist seit Jahren auf der Suche nach einem neuen, zentralen Standort. Eine ursprünglich geplante Erweiterung der Amerika-Gedenkbibliothek am Blücherplatz wird voraussichtlich nicht mehr verfolgt.
Gespräche werden weiterhin zwischen der Kulturverwaltung und verschiedenen Akteuren aus Politik und Wirtschaft geführt, um mögliche Finanzierungsmodelle zu erörtern, darunter auch private Investitionen. Die offene Frage zur finanziellen Absicherung des Umzugs ist aufgrund des knappen Berliner Landeshaushalts besonders drängend.
Die ZLB mit ihren über 20.000 Unterschriften zeigt, dass viele Bürger den Umzug als positiven Schritt betrachten. Die Initiative zur Verlagerung der Bibliothek in das ehemalige Galeries Lafayette-Gebäude könnte somit nicht nur der Bibliothek selbst, sondern auch dem gesamten Stadtbild Berlins zugutekommen.
Für weitere Informationen zu dieser Initiative können die Artikel auf T-Online, Entwicklungsstadt und Welt nachgelesen werden.