
Die M23-Rebellen haben die Kontrolle über die Stadt Masisi in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) übernommen. Dies wurde am 5. Januar 2025 bestätigt, als Korrespondenten die Ereignisse im Osten des Landes dokumentierten. Masisi, gelegen etwa 80 km von der Provinzhauptstadt Goma entfernt, ist die zweite Stadt, die von der M23 innerhalb von nur zwei Tagen erobert wurde. Die Bedeutung von Masisi verdichtet sich nicht nur durch die geografische Lage, sondern auch durch die strategischen Bodenschätze der Region, die seit Jahren im Fokus der Konflikte stehen.
Alexis Bahunga, ein Mitglied des Provinzparlaments, berichtete, dass die Rebellen am Samstagnachmittag das Stadtzentrum erreichten. Auch Jean-Pierre Ayobangira Safari bestätigte, dass Masisi „vorerst“ in den Händen der M23 sei. Berichten zufolge wurde Masisi während der Kämpfe stark belagert, und tausende von Menschen haben aufgrund der anhaltenden Gewalt ihre Heimat verlassen und suchen nun Zuflucht in der Nachbarschaft, wobei Goma bereits über vier Millionen Vertriebenen beherbergt.
Instabilität und humanitäre Krise
Die Sicherheitslage in Masisi bleibt angespannt. Präsident Felix Tshisekedi von der DRK hat klargestellt, dass es keinen direkten Dialog mit den M23-Rebellen geben wird. In den letzten Jahren haben sich die Kämpfe in der Region weiter intensiviert. Laut den Vereinten Nationen mussten fast eine Million Menschen im letzten Jahr aufgrund des Konflikts ihre Heimat verlassen. Zusätzlich bleibt die Region in einem Zustand der Instabilität, was die humanitäre Krise weiter verschärft.
Die M23 ist seit 2021 aktiv und hat einen Großteil des östlichen Teils der DRK unter Kontrolle gebracht. Experten zufolge hat die Gruppe inzwischen erheblichen Einfluss auf fünf von sechs Bezirken der Nordkivu-Provinz. Ziel der Rebellen ist es, immer größere Flächen zu kontrollieren und die reiche Bodenschatzproduktion, darunter Gold, Coltan und Kobalt, für sich zu nutzen. Die kongolesische Regierung beschuldigt die M23, dabei von Ruanda unterstützt zu werden, was die Spannungen zwischen beiden Ländern weiter anheizt.
Politische Dynamiken und internationale Reaktionen
Angola hatte versucht, einen Dialog zwischen der DRK und Ruanda zu vermitteln, jedoch wurden diese Friedensgespräche Mitte Dezember aufgrund von Uneinigkeiten abgesagt. In der jüngeren Vergangenheit kam es mehrfach zu Zusammenstößen zwischen den M23-Rebellen und der kongolesischen Armee, unterstützt von lokalen Milizen. Diese Konflikte haben bis heute zahlreiche Menschenleben gekostet und die regionale Sicherheit untergraben.
Masisi, mit einer geschätzten Bevölkerung von etwa 40.000, hat sich als ein vitaler Punkt in dem seit über einem Jahrzehnt andauernden Konflikt etabliert, welcher nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Dimensionen annimmt. Die Erschütterungen in der Region haben bereits Auswirkungen auf politische und kommerzielle Zentren wie Goma und Bukavu, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.
Die Fortsetzung der Rebellenoffensive könnte die vorherrschenden Spannungen zwischen den Anrainerstaaten und den Wiederaufbaubemühungen der DRK gleichzeitig intensivieren. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen, während tausende von Zivilisten weiterhin unter den Folgen des Konflikts leiden.
Die aktuelle Situation in Masisi wirft somit einen langen Schatten auf den bereits instabilen Osten der DRK und bleibt eines der zentralen Themen internationaler Aufmerksamkeit und humanitärer Beeinflussung.
Für weitere Informationen lesen Sie die ausführlichen Berichte von Al Jazeera, Africanews und DW.