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Zukunftsweisender Rückbau: So steckt Second Life im Bauwesen!

Wissenschaftler des KIT und der TUM untersuchen innovative Ansätze zur Wiederverwendung von Baumaterialien, um Ressourcen zu schonen und Energieverbrauch im Bauwesen zu senken. Ein neuer Leitfaden für die Branche steht bevor.

Der Bauwesen sieht sich gegenwärtig einem entscheidenden Wandel gegenüber, der nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch von großer Bedeutung ist. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Technischen Universität München (TUM) erforschen Wege, wie Bauteile nachhaltiger wiederverwendet werden können. Gebetsmühlenartig wird betont, dass Gebäudeabriss häufig mit der Verbrennung von Holzbauteilen und dem Einschmelzen von Stahl einhergeht, was mit einem hohen Energieaufwand verbunden ist. Professor Thomas Ummenhofer vom KIT hebt die Notwendigkeit hervor, Ressourcen zu schonen und den Energieverbrauch im Bauwesen deutlich zu senken.

In ihrem Abschlussbericht schlagen die Forscher einen „Second-Life“-Ansatz vor, der die Wiederverwendung von Stahlträgern und Holzbalken ermöglichen sollte. Dies erfordert jedoch ein grundlegendes Umdenken im Bauwesen. Rückbau muss nicht nur behutsam, sondern auch planvoll und strategisch erfolgen. Dabei wird auf ein häufiges Problem hingewiesen: Abbruchunternehmen verfügen oftmals nicht über die nötigen Werkzeuge, um eine nachhaltige Rückbaupraxis effektiv umzusetzen. In diesem Kontext fordern die Forscher eine Berücksichtigung von Second-Life-Bauteilen bereits bei der Planung neuer Gebäude.

Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

Die Kreislaufwirtschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Bauwirtschaft. Sie fördert das Recycling und die Wiederverwendung von Baustoffen und wird als entscheidend für die Reduktion der Umweltbelastung und die Schonung von Ressourcen angesehen. Aus einer Studie von Circular Culture geht hervor, dass der eingehende Einsatz der Kreislaufwirtschaft nicht nur die Materialkosten senken, sondern auch das Abfallaufkommen signifikant reduzieren kann.

Diese Wirtschaftskreisläufe basieren auf der Idee, Materialien und Ressourcen in einem geschlossenen Kreislauf zu halten. Dies umfasst unterschiedliche Recyclingverfahren: mechanisches, thermisches und chemisches Recycling. Mechanisches Recycling zielt darauf ab, Baustoffe wie Beton oder Ziegel für neue Anwendungen zu zerkleinern, während thermisches Recycling Energie aus Abfallmaterialien gewinnt. Auch mechanische Innovationen, wie automatisierte Trennsysteme, tragen zur Effizienz und Effektivität bei.

Transformationsprozess zur zirkulären Bauwirtschaft

Die Kommission Nachhaltiges Bauen (KNBau) des Umweltbundesamtes hat eine klare Vision für eine zirkuläre Bauwirtschaft entwickelt, die Bestandteil der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie ist. Im Rahmen dieser Strategie werden Empfehlungen ausgesprochen, um Greenwashing zu reduzieren und die Zirkularität von Bauprodukten transparenter zu machen. Die Kernbotschaften der KNBau richten sich an politische Entscheidungsträger und sollen das Verständnis für eine zirkuläre Bauwirtschaft fördern.

Ein entscheidendes Ziel dieser Initiative ist die Transformation hin zu einer Bauwirtschaft innerhalb planetarer Grenzen. Um dies zu erreichen, sind ausdifferenzierte Definitionen für Verwertungswege notwendig, die helfen, die Verantwortung gerecht zu verteilen und die Lebensdauer von Baustoffen zu verlängern. Die nachhaltige Nutzung und der Schutz des bestehenden Gebäudebestands müssen dabei im Fokus stehen.

Als zusammenfassende Maßnahme bieten sich neue Geschäftsmodelle an, die es ermöglichen, dass Unternehmen nach Prüfung und Reparatur Gewährleistungen auf wiederverwendete Bauteile übernehmen. Dies könnte langfristig nicht nur wirtschaftliche Anreize bieten, sondern auch den Weg für ein neues Verständnis von Nachhaltigkeit im Bauwesen ebnen.

Insgesamt zeigt sich, dass ein Umdenken im Bauwesen unabdingbar ist, um den Herausforderungen des Klimawandels und den steigenden Ansprüchen an die Ressourcenschonung gerecht zu werden. Die Erkenntnisse und Entwicklungen, die sowohl von KIT als auch von Nbau präsentiert werden, verdeutlichen die großen Potentiale einer zirkulären Bauwirtschaft für eine nachhaltige Entwicklung.

Referenz 1
www.kit.edu
Referenz 2
www.circularculture.eu
Referenz 3
www.nbau.org
Quellen gesamt
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