
Ein Mordprozess in Bayern sorgt für Aufsehen, nachdem ein 79 Jahre alter Patient in einer Klinik an einer Überdosis Morphin verstorben ist. Der angeklagte Arzt, der sich in Untersuchungshaft befindet, sieht sich schweren Vorwürfen gegenüber und hat seine Unschuld betont. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, dem Patienten im Juli 2022 absichtlich eine tödliche Dosis Morphin verabreicht zu haben, um dessen Leben zu verkürzen. Diese Anschuldigung wird von der Ermittlungsbehörde als Mord eingestuft, da sie gemäß der Prüfkriterien die Merkmale von Heimtücke und niedrigen Beweggründen erfülle. Der Patient starb in der Nacht zum 9. Juli 2022 in einem Krankenhaus in Kelheim. Der Prozess begann kürzlich und umfasst zunächst elf Verhandlungstage, wobei das Verfahren am Montag fortgesetzt werden soll, berichtet die PNP.
Der Verteidiger des Arztes hat bereits einen Antrag auf Haftentlassung gestellt, der bisher nicht entschieden wurde. In seinen Argumenten weist er darauf hin, dass es keinen dringenden Tatverdacht für ein vorsätzliches Tötungsdelikt gebe. Zudem kritisierte er die Ermittlungen als unzureichend und brachte ein Schriftgutachten ins Spiel, das bestätigte, dass eine niedrigere Dosis, die in den Patientenunterlagen vermerkt wurde, nicht von seinem Mandanten stammt.
Rechtliche Aspekte des Verfahrens
Laut den vorliegenden Informationen sieht der Vorsitzende Richter eine Möglichkeit für eine Verurteilung nicht nur wegen Mordes, sondern auch wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Eine Verurteilung wegen versuchten Mordes könnte zu einer Strafmilderung führen, während auch ein Freispruch nicht ausgeschlossen ist. Der Arzt hat die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und kritisiert, dass die Staatsanwaltschaft sich auf unvollständige Unterlagen stützt. Nicht nur bei diesem Fall steht der 79-Jährige in der Kritik: Er ist zudem in einen weiteren Fall verwickelt. Hier lautet der Vorwurf Aussetzen mit Todesfolge, betreffend den Tod einer 23-jährigen Krankenschwester im Dezember 2021. Der Prozess in diesem Zusammenhang soll am 10. März beginnen, so die Zeit.
Im Kontext medizinischer Haftungsfragen können im Gesundheitswesen strafrechtliche Tatbestände wie Körperverletzung oder vorsätzliche Tötung zum Tragen kommen. Strafrechtliche Konsequenzen sind jedoch oft selten, da die Beweislast für eine Verurteilung hoch ist. Der Fachartikel von medizindoc beschreibt, dass für eine strafrechtliche Verurteilung in solchen Fällen erhebliche Nachweise erbracht werden müssen, um den Vorwurf eines Behandlungsfehlers zu belegen.
Da der Prozess weiterhin in den nächsten Wochen voranschreiten wird, stehen die Augen der Öffentlichkeit auf dem Ergebnis. Der Ausgang des Verfahrens könnte weitreichende Auswirkungen auf die beteiligten Personen und das Gesundheitssystem insgesamt haben.