
Die Bauzinsen in Deutschland erreichen alarmierende Höhen, die das Investitionsklima erheblich belasten. Aktuelle Berichte zeigen, dass die Zinssätze für Baufinanzierungen seit Anfang 2025 einen Anstieg verzeichnen. Der Zinssatz für eine Zinsbindung von 15 Jahren ist auf 3,82% gestiegen, nachdem er zu Jahresbeginn bei 3,27% lag. Der Zinssatz für eine Zinsbindung von 10 Jahren stieg von 3,18% auf 3,68%. Dies hat zu höheren Kosten für potenzielle Immobilienkäufer und Hausbauer geführt, wodurch viele ihre Pläne für ein Eigenheim vorerst ad acta legen müssen. Laut rosenheim24.de kommt es vermehrt zu Absagen von Kunden, was zu einer Krise im Baugewerbe führt.
Der Geschäftsführer der DAWO Daxeder Wohnbau GmbH, Sebastian Daxeder, beschreibt die Lage als katastrophal. Er befürchtet einen Teufelskreis, in dem Käufer sich Immobilien nicht mehr leisten können, was ebenfalls die Mietpreise in die Höhe treiben könnte, da Vermieter die gestiegenen Kosten weitergeben. Über die Herausforderungen für die Branche berichtet auch Josef Nicolosi, Geschäftsführer der Richter+Frenzel (R+F) Rosenheim GmbH. Diese bezeichnet die Baubranche als in einer bedeutsamen Krise, insbesondere der Neubaubereich ist massiv betroffen.
Einflussfaktoren auf die Bauzinsen
Die gestiegenen Bauzinsen sind das Resultat verschiedener politischer und wirtschaftlicher Faktoren. Insbesondere das milliardenschwere Investitionsprogramm der neuen Bundesregierung hat Einfluss auf die Zinssätze. Zudem stiegen die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihe, was die langfristigen Kapitalmarktzinsen beeinflusst. Diese Entwicklungen sind Teil eines Trends, der bereits Ende 2021 begann, als die Bauzinsen aus einem historisch niedrigen Niveau zu steigen begannen. Obwohl die Bauzinsen mittlerweile über den Werten von 2020 liegen, sind sie laut hypochart.de immer noch unter dem langjährigen Durchschnitt.
Der Rückgang in der Baubranche wurde seit 2024 auf einen zweistelligen Prozentbereich geschätzt. Während der Sanierungsbereich stabil bleibt, kämpfen viele Unternehmen mit niedrigen Auftragszahlen und einem verhalteneren Investitionsklima. Zusätzliche Herausforderungen stellen politische Vorgaben wie das Heizungsförderungsgesetz dar, die die Bauaktivitäten weiter hemmen.
Marktprognosen und mögliche Lösungen
Abgesehen von den bereits bestehenden Schwierigkeiten fordert die Branche von der neuen Bundesregierung schnellere Genehmigungsverfahren, Erleichterungen bei Bauauflagen und steuerliche Anerkennung von Aufwendungen bei der Eigennutzung von Wohnimmobilien. Diese Punkte sind Teil einer angestrebten Wunschliste, die darauf abzielt, das Marktumfeld für Bauherren zu verbessern.
Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen sieht Fritz Hartinger, Geschäftsführer von Elektro Hartinger und Sohn GmbH, eine stabilere Auftragslage in seinem Bereich. Allerdings besteht auch hier die Sorge, dass positive Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt gebremst werden könnten, wenn keine raschen und effektiven Lösungen gefunden werden.