
Am 5. April 2025 stehen in Deutschland grundlegende Veränderungen im Zahlungsverkehr bevor. Wie Compact berichtet, planen die Regierungsparteien Union und SPD, Gewerbetreibende gesetzlich zu verpflichten, elektronische Zahlungsmethoden anzubieten. In der öffentlichen Diskussion wird diese Maßnahme bereits als Schritt in Richtung eines „gläsernen Bürgers“ bezeichnet. Hinweise, die wie „Nur Barzahlung“ lauten, sollen der Vergangenheit angehören.
Die Bundesregierung begründet diesen Vorstoß mit dem Kampf gegen Schwarzarbeit und Terrorismus. Doch Kritiker hinterfragen die Notwendigkeit solcher Maßnahmen, da es bisher keine stichhaltigen Beweise für einen Generalverdacht gegen Bargeldnutzer gibt. Der Entwurf des Koalitionsvertrages sieht vor, dass Unternehmen elektronische Zahlungsmittel akzeptieren müssen, was letztendlich auf eine schrittweise Abschaffung von Barzahlungen hinausläuft.
Die Rolle von Bargeld in Deutschland
Trotz des zunehmenden Trends zur Digitalisierung zieht die Mehrheit der Deutschen nach wie vor Bargeld für alltägliche Ausgaben vor, wie Kontoguru feststellt. Vor allem bei kleinen Beträgen, etwa für Bustickets oder Snacks, wird Bargeld bevorzugt. Die Coronakrise hat jedoch die Akzeptanz bargeldloser Zahlungsmethoden beschleunigt, da viele Geschäfte während dieser Zeit kontaktloses Bezahlen einführten und Bargeld teilweise ablehnten.
Der Trend zeigt zudem, dass Deutschland langsam in Richtung einer bargeldlosen Gesellschaft tendiert. In Schweden beispielsweise nehmen elektronische Zahlungen bereits über 80 Prozent der Transaktionen ein, während in Deutschland noch etwa 58 Prozent der Zahlungen bar erfolgen. Die Europäische Zentralbank plant zudem die Abschaffung des 500-Euro-Scheins, was weitere Fragen zur Zukunft des Bargelds aufwirft.
Kritik an der Bargeldabschaffung
Angesichts der bevorstehenden Änderungen äußern mehrere Experten Bedenken. Die potenzielle Bevormundung durch Banken und den Staat könnte zur Kontrolle der finanziellen Freiheit führen, beispielsweise durch Überweisungslimits oder zusätzliche Prüfungen. Die Diskussion über Nachteile von Bargeldlosigkeit schließt auch die Gefahren von Datenmissbrauch und technischem Versagen ein. Focus weist darauf hin, dass insbesondere ältere Menschen oft Schwierigkeiten mit den technischen Anforderungen digitaler Zahlungsmethoden haben.
Die Vor- und Nachteile dieser Entwicklungen werden kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite stehen die Vorteile bargeldloser Zahlungen wie Schnelligkeit und Sicherheit sowie die Bekämpfung von Geldwäsche. Auf der anderen Seite befürchten Kritiker, dass Bargeld eine unverzichtbare Möglichkeit zur Wahrung von Anonymität und Unabhängigkeit von digitalen Systemen darstellt. Die Schlussfolgerung bleibt, dass der Weg Deutschlands in eine Bargeldlose Zukunft noch viele Herausforderungen und Debatten bereithält.