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Atommüll-Transport: Spezialschiff mit Castor-Behältern in Nordenham angekommen!

Am 1. April 2025 ist das Spezialschiff „Pacific Grebe“ im Hafen Nordenham angekommen, beladen mit sieben Castor-Behältern hochradioaktiven Atommülls aus Großbritannien für das Zwischenlager Isar in Bayern. Sicherheitskräfte begleiten den sensiblen Transport, während Atomgegner Proteste ankündigen.

Am 1. April 2025 um 06:00 Uhr legte das Spezialschiff „Pacific Grebe“ im Hafen Nordenham, Niedersachsen, an. An Bord der „Pacific Grebe“ befinden sich sieben Castor-Behälter, die hoch radioaktiven Atomabfall enthalten. Diese Behälter stammen aus einer Wiederaufarbeitungsanlage in Großbritannien und sollen in das Zwischenlager Isar im Landkreis Landshut, Bayern, transportiert werden. Der gesamte Transport wird von Einsatzkräften der Wasserschutzpolizei abgesichert.

Die Castor-Behälter werden im Hafen mittels Kran auf spezielle Eisenbahnwaggons umgeladen, wobei jeder Behälter in einem eigenen Waggon transportiert wird. Um die Einhaltung der gesetzlichen Strahlungsgrenzwerte nachzuweisen, führen Sachverständige vor und während des Transports Messungen durch. Diese Messungen wurden bereits in der britischen Wiederaufbereitungsanlage in Sellafield vorgenommen. Deutschland und die deutschen Kraftwerksbetreiber haben sich verpflichtet, diesen Abfall zurückzunehmen, da er aus der Wiederaufarbeitung von Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken stammt.

Transportdetails und Sicherheitsvorkehrungen

Details zur genauen Route und zum Zeitplan des Transports wurden aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben. Mitglieder der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) und Sellafield Ltd. koordinieren den Transport. Zudem wird die Absicherung des Transports durch die Bundespolizei sowie die Bundesbereitschaftspolizei und die Landespolizei gewährleistet. Für den Transport in Niederbayern wird sogar eine Reiterstaffel aus Berlin eingesetzt.

Um mögliche Ängste in der Bevölkerung zu adressieren, haben Atomgegner bereits Kundgebungen und Mahnwachen in Städten wie Bremen und Göttingen angekündigt. Greenpeace kritisiert die Rückkehr des Atommülls und wertet sie als direkte Folge einer verfehlten Energiepolitik. Sie fordern eine umfassendere Diskussion über die Lagerung und den Umgang mit radioaktivem Abfall.

Das Zwischenlager Isar befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Isar, dessen Block I 2011 und Block II 2023 abgeschaltet wurden. Insgesamt müssen noch weitere sieben Castor-Behälter aus Sellafield zurückgenommen werden, die derzeit in Brokdorf (Schleswig-Holstein) zwischengelagert sind. Bereits 2020 wurden sechs Behälter aus Sellafield nach Biblis (Hessen) transportiert.

Der jüngste Transport von hoch radioaktivem Abfall aus Großbritannien ist Teil einer völkerrechtlichen Vereinbarung zwischen Deutschland und den britischen Kraftwerksbetreibern, die sich zur Rücknahme des Abfalls verpflichtet haben. Ebenso wird ein weiterer Transport von Castor-Behältern aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague erwartet, für den vier Behälter 2024 nach Philippsburg (Baden-Württemberg) gebracht werden sollen. Zwischen 1995 und 2011 wurden mehr als 100 Castor-Behälter ins Zwischenlager in Gorleben (Niedersachsen) transportiert.

Insgesamt werden in naher Zukunft zahlreiche Transporte von radioaktivem Abfall erwartet, was einen entscheidenden Punkt in der Debatte um die Energiepolitik und die atomare Sicherheit darstellt. Diese Entwicklungen werfen Fragen auf über die langfristige Lagerung und den Umgang mit radioaktivem Material in Deutschland.

Merkur berichtet, dass die Behälter in den nächsten Tagen weiter transportiert werden, während der genaue Zeitplan der Transportorganisation GNS unterliegt. Laut Spiegel hat dieser Transport eine besondere Bedeutung für die Rückführung von Atommüll aus britischen Anlagen. Die Zeit ergänzt, dass auch die Herausforderungen und Risiken eines solchen Transports nicht zu unterschätzen sind.

Referenz 1
www.merkur.de
Referenz 2
www.spiegel.de
Referenz 3
www.zeit.de
Quellen gesamt
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