
In Nordrhein-Westfalen nehmen die Sichtungen von gebietsfremden Tieren und Pflanzen zu. Eine aktuelle Übersicht zeigt, dass einige dieser Arten die Artenvielfalt bereichern, während andere als invasiv gelten und erhebliche Gefahren für die heimische Flora und Fauna darstellen. Diese invasiven Arten konkurrieren um Nahrung und Lebensraum mit einheimischen Arten und können zudem Krankheiten übertragen, die auch Menschen gefährden können. Das Neobiota-Portal informiert über diese Thematik und bietet hilfreiche Empfehlungen zur Bekämpfung dieser Arten sowie zur Dokumentation ihrer Fundorte in NRW. Laut neobiota NRW stellen invasive Arten eine ernsthafte Bedrohung für die biologische Vielfalt dar.
Ein Blick auf die spezifischen invasiven Tiere in Nordrhein-Westfalen zeigt die Vielfalt sowie die Gefahren, die von ihnen ausgehen. In einer Übersicht werden 11 Arten genannt, die besondere Aufmerksamkeit benötigen. Dazu gehört die Nosferatu-Spinne, die erstmals im Sommer 2022 in Köln gesichtet wurde, sowie die asiatische Hornisse, die eine Gefahr für Bienen darstellt. Eine Vielzahl dieser invasiven Arten stammt aus anderen Kontinenten oder Regionen und wurde zumeist durch menschliches Handeln nach Deutschland eingeschleppt.
Die Liste der invasiven Arten
- Nosferatu-Spinne: Sichtungen seit Sommer 2022 in Köln und Umgebung. Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, kann ein giftiger Biss verursachen, ist jedoch für Menschen ungefährlich.
- Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax): Gefährlich für Bienen, breitet sich seit 2004 in Europa aus.
- Nilgans: Hat sich stark in NRW ausgebreitet, Ursprünge in Afrika.
- Nutria (Biberratte): Verursacht Schäden an Ufervegetation, als invasive Art eingestuft.
- Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis): Raupen schädigen Buchsbäume, stammt aus Ostasien.
- Spanische Wegschnecke: Gilt als Garten- und Feldschädling.
- Asiatische Tigermücke: Überträgt Krankheiten wie Dengue und Zika.
- Waschbär: Bedroht Bodenbrüter, seit 2016 als invasive Art in der EU eingestuft.
- Signalkrebs, Sumpfkrebs und Kamberkrebs: Bedrohen heimische Flusskrebse und übertragen Krebspest.
- Ochsenfrosch: Gefährdet einheimische Amphibien.
- Marderhund: In Nordrhein-Westfalen seit den 1990er Jahren heimisch.
- Halsbandsittich: Vermutlich seit den 1960er Jahren in Köln verbreitet, gilt als potenziell invasiv.
Die Herausforderungen durch invasive Arten sind vielfältig. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass etwa 10% der etablierten gebietsfremden Arten ernsthafte Probleme verursachen können, während die meisten keine negativen ökologischen oder gesundheitlichen Auswirkungen haben. Besonders invasive Arten wie der Riesen-Bärenklau und die beifußblättrige Ambrosie können beim Menschen ernsthafte gesundheitliche Probleme auslösen, von Verbrennungen bis hin zu Allergien, so BfN.
Folgen und Handlungsbedarf
Die fortschreitende Ausbreitung invasiver Arten wird durch den Klimawandel wahrscheinlich noch verschärft. Diese Arten stellen weltweit nach Habitatzerstörung die zweitgrößte Bedrohung für die biologische Vielfalt dar. Initiativen zur Bekämpfung invasiver Arten wurden seit 1996 im Rahmen der Biodiversitätskonvention ins Leben gerufen, um die steigende Problematik besser zu adressieren. Auch in Deutschland wird der Invasionsbiologie zunehmend mehr Bedeutung beigemessen.
In Nordrhein-Westfalen sind entsprechende Maßnahmen zur Bekämpfung invasiver Arten notwendig, um die heimische Biodiversität zu beschützen und die Gesundheit der Bevölkerung zu sichern. Die Informationen und Empfehlungen des Neobiota-Portals sind in diesem Zusammenhang von großer Relevanz, um gezielte und effektive Strategien zu entwickeln.