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Wirtschaftsbosse in Sachsen: Kampf gegen Fachkräftemangel und Vorurteile!

In Sachsen kämpfen Unternehmen mit Fachkräftemangel und politischen Spannungen. Unternehmer wie Marco Rutzke und Dirk Röhrbörn fordern eine offene Wirtschaft und internationale Talente, um Herausforderungen zu meistern.

In Sachsen stehen Unternehmen vor einem immer drängenderen Fachkräftemangel, der durch die politische Stimmung in der Region zusätzlich befeuert wird. Dies wird besonders deutlich am Beispiel von Hohnstein, einer Hochburg der AfD, wo der Wähleranteil bei 57,4 % liegt. Marco Rutzke, ein IT-Unternehmer aus Hohnstein, berichtet von den Schwierigkeiten, die er hat, um geeignete Software-Spezialisten zu finden. Von seinen 16 Angestellten sind etwa die Hälfte Migranten, hauptsächlich aus Syrien, und die Meetings werden häufig auf Arabisch abgehalten. Rutzke sieht das Image Sachsens als Hindernis bei der Rekrutierung von Talenten.

Dirk Röhrbörn, CEO von Communardo in Dresden, hat ähnliche Erfahrungen gemacht. In seinem Unternehmen arbeiten 340 Angestellte, von denen circa die Hälfte in Sachsen beschäftigt ist. Auch er betont die Notwendigkeit, internationale Experten für komplexe Prozesse zu gewinnen. Die internationale Kundschaft des Unternehmens äußert Bedenken über die politische Stimmung in der Region. Immer mehr sächsische Firmenchefs machen sich Sorgen darüber, wie diese Atmosphäre die wirtschaftliche Lage beeinträchtigen könnte.

Wirtschaftliche Herausforderungen in Sachsen

Diese Besorgnis hat zur Gründung des Vereins „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen“ geführt, dessen Vorsitzende Sylvia Pfefferkorn Menschen fordert, die den Lebens- und Arbeitsort Sachsen schätzen. Nur so könne der Wirtschaftsstandort erfolgreich geführt werden. Das Beispiel Sachsens verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen nicht nur Unternehmen, sondern die gesamte Wirtschaft des Bundeslands steht.

Der Fachkräftemangel in Deutschland ist weitreichend. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung sind die Ursachen vielfältig. Ein zu geringes Angebot an Fachkräften mit qualifizierter Ausbildung und demografische Entwicklungen spielen eine zentrale Rolle. Diese Entwicklungen führen zu einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung. Zudem sind Probleme bei der Passung von Ausbildungs- und Jobprofilen häufig anzutreffen, selbst in Zeiten allgemeiner Arbeitslosigkeit.

Demografische Entwicklungen und ihre Folgen

Ein hoher Bedarf an Fachkräften zeigt sich besonders in Handwerks- und Bauberufen sowie im Gesundheits- und Pflegebereich. Besonders stark betroffen sind bevölkerungsreiche Bundesländer wie Bayern, Nordrhein-Westfalen und auch Sachsen. Die Corona-Pandemie hat kurzfristig die Fachkräftenachfrage in Bereichen wie Tourismus und Gastgewerbe beeinflusst, jedoch verschärfen sich die Mängel im Langzeitvergleich.

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt gibt es einen hohen Bedarf an Hochqualifizierten in Bereichen wie Humanmedizin und Informatik. Zuwanderung spielt eine entscheidende Rolle, um diesen Engpass zu beheben. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz von 2020 hat den Zugang für Fachkräfte aus Drittstaaten erleichtert. Damit können Zugewanderte ohne Vorrangprüfung nach Deutschland kommen, solange sie einen anerkannten Berufsabschluss besitzen. Dennoch bleibt die Integration ausländischer Fachkräfte eine Herausforderung, die oft durch sprachliche Barrieren und mangelnde Erfahrungen mit der deutschen Arbeitskultur erschwert wird.

Um künftige Herausforderungen zu meistern, muss Deutschland insbesondere im Gesundheits- und Pflegebereich attraktiv für Fachkräfte bleiben. Dies wird nicht nur von der Politik gefordert, sondern auch von den Unternehmen, die sich in einem zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt behaupten müssen.

Referenz 1
www.saechsische.de
Referenz 3
www.bpb.de
Quellen gesamt
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