
Der Schüleraustausch zwischen Seligenstadt, Deutschland, und Triel-sur-Seine, Frankreich, wird im Jahr 2025 nicht stattfinden. Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen für die mehr als 60-jährige Tradition des Austausches, der vom Europäischen Freundeskreis Seligenstadt (EFS) organisiert wird. Jährlich nehmen rund 180 Jugendliche an diesem Austausch teil, der als Aushängeschild der deutsch-französischen Freundschaft gilt.
Die aktuellen politischen und schulischen Bedingungen in Frankreich stellen jedoch eine ernsthafte Herausforderung dar. Betreuerinnen wie Stefanie Zinser und Christine Spitzenberg haben bereits signalisiert, dass sie keine Lösung zur Wiederbelebung der Austauschaktivitäten sehen. Diese Änderungen sind auch das Resultat von Kürzungen der Deutschstunden in Frankreich, welche die Durchführung des Austausches erheblich erschweren.
Austauschprogramme unter Druck
Die Sicherheit hat in den letzten Jahren ebenfalls an Bedeutung gewonnen. Nach mehreren Anschlägen in Frankreich wurden die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Dies führte nicht nur dazu, dass die Dauer des Austausches von ursprünglich zwölf auf acht Tage verkürzt wurde, sondern auch dazu, dass die Grundschüler aus Seligenstadt und Mainhausen nicht mehr teilnehmen können. Bei der Suche nach einem neuen Partner für die Zusammenarbeit mit Grundschulen in Triel gibt es derzeit noch keine Fortschritte.
Die blickenden Schwierigkeiten sind umso bedauerlicher, da der Austausch nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Städtepartnerschaft zwischen Seligenstadt und Triel von großer Bedeutung ist. Der EFS sieht sich in der Rolle einer Plattform, die verschiedene Vereine in beiden Städten vernetzt. Diese Vernetzung könnte jedoch bald ins Wanken geraten.
Obwohl der Austausch in diesem Jahr ausfällt, kommen 44 Schüler aus Triel in den Osterferien nach Darmstadt und planen einen Besuch in Seligenstadt am 14. April. Dies zeigt das anhaltende Interesse an der deutsch-französischen Freundschaft, auch wenn das traditionelle Austauschprogramm nicht stattfinden kann.
Unterstützung durch das DFJW
Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) fördert Begegnungen zwischen Schüler:innen aus beiden Ländern, um die praktische Anwendung von Fremdsprachen zu unterstützen und das Erlernen von Französisch attraktiv zu machen. Die Programme des DFJW sind für Schüler:innen vom Kindergarten bis zum Schulabschluss eine wertvolle Ressource. Informationen zur Beantragung von Förderungen sind im Infobrief „Schulaustausch auf einen Blick 2024-2025“ zu finden. Hierbei handelt es sich um verschiedene Austauschformate, die speziell darauf ausgelegt sind, den kulturellen Austausch zu fördern.
Eines der Hauptziele bleibt es, den Austausch am Ort des Partners zu ermöglichen. Schüler:innen reisen ins Partnerland und haben die Gelegenheit, die Kultur und das Schulsystem ihres Gastlandes hautnah zu erleben. Dabei ist die Teilnahme auch für jene Schüler:innen möglich, die kein Französisch lernen.
Die aktuelle Situation des Austausches zwischen Seligenstadt und Triel verdeutlicht die Herausforderungen, mit denen interkulturelle Programme konfrontiert sind. Eine Lösung scheint vorerst nicht in Sicht. Dennoch bleibt der Wunsch nach einem weiterhin aktiven Austausch in den Köpfen vieler Jugendlichen und Lehrkräfte.
Für weitere Informationen zu Schulaustauschprogrammen, besuchen Sie die Website des DFJW unter DFJW und erfahren Sie mehr über die Ziele und Angebote.
Für detaillierte Ereignisse zur Situation in Seligenstadt und Triel sur Seine lesen Sie mehr auf OP-Online.