
Der Bundespresseball 2025, eine der renommiertesten Veranstaltungen Deutschlands, fand am 4. April im Hotel Adlon in Berlin statt. Der Ball, der unter dem Motto „Für die Demokratie. Pressefreiheit stärken“ stand, zog mehr als 2000 Gäste aus Politik, Medien und Wirtschaft an, jedoch war die Abwesenheit zahlreicher hochkarätiger Politiker spürbar. So mussten hochrangige Vertreter der künftigen Regierungskoalition, die sich aktuell in Koalitionsverhandlungen befinden, ihre Teilnahme kurzfristig absagen. Dies betrifft unter anderem Friedrich Merz (CDU), der aufgrund dieser Gespräche nicht anwesend war, sowie Olaf Scholz (SPD), Hubertus Heil (SPD) und Manuela Schwesig (SPD), die ebenfalls ihre Teilnahme absagten.
Prominente wie Annalena Baerbock (Grüne) reisten dennoch an, nachdem sie im letzten Jahr aufgrund der geopolitischen Lage gefehlt hatte. Sie feierte jedoch getrennt von ihrem Mann. Wolfgang Kubicki (FDP) sowie Claudia Roth (Grüne) waren auch präsent, wobei Kubicki anmerkte, die Abwesenheit von CDU und SPD nicht zu vermissen. Roth nutzte die Bühne, um die Relevanz einer freien Presse und den zunehmenden Druck auf Journalisten zu betonen.
Emotionale Appelle für Pressefreiheit und Demokratie
Die Festveranstaltung wurde von einer Reihe emotionaler Reden geprägt. Ehrengast Margot Friedländer, eine 103-jährige Holocaust-Überlebende, erntete für ihre eindringlichen Worte zur Bedeutung der Pressefreiheit und zur Wachsamkeit gegenüber nationalsozialistischem Gedankengut großen Beifall. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bekräftigte die Notwendigkeit engagierter Debatten für die Stärkung der Demokratie. Elke Büdenbender forderte mehr Frauen in den Medien und Führungspositionen.
Der mehrfach ausgezeichnete Journalist Claus Kleber äußerte sich kritisch über die Rolle von US-Präsident Donald Trump im Hinblick auf die Wahrheitsfindung in der Politik. Der Preis der Bundespressekonferenz wurde an Michael Kappeler von der Deutschen Presse-Agentur verliehen, was die Wichtigkeit des Journalismus in der heutigen Zeit unterstrich.
Ein Fest der Vielfalt und des Dialogs
Die Kulinarik am Ball kombinierte regionale und internationale Speisen, mit einem Menü, das Austern und Champagner aus Frankreich beinhaltete. Die Dekoration, die aus lila und grünen Elementen bestand, wurde später an die Berliner Tafel gespendet. Die Veranstaltung setzte außerdem auf Nachhaltigkeit, vermindert durch Ausgleichszahlungen den Einsatz von Schnittblumen.
An den Tanzflächen klangen Klassiker aus Pop und Rock, die eine festliche Stimmung verbreiteten. Die Planungen für den nächsten Bundespresseball im Frühjahr 2026 laufen bereits. Die Veranstalter äußerten den Wunsch, dass ein gewählter Friedrich Merz als Bundeskanzler teilnehmen werde.
In Deutschland ist die Pressefreiheit ein Grundrecht, das nach dem Zweiten Weltkrieg von den West-Alliierten gesichert wurde. Artikel 5 des Grundgesetzes garantiert die Meinungs- und Pressefreiheit, ermöglicht es Journalisten, frei zu berichten und Informationen zu beschaffen. Dieses Thema hat angesichts internationaler Herausforderungen und der steigenden Gewalt gegen Journalisten eine besondere Relevanz. Der Bundespresseball ist nicht nur ein gesellschaftliches Ereignis, sondern auch eine Plattform zur Verteidigung und Stärkung dieser elementaren Prinzipien.FAZ, Welt, Planet Wissen