
In Deutschland ist wieder Spargelzeit, und das Interesse der Verbraucher ist ungebrochen. Seit einigen Wochen verzeichnen die Spargelhöfe und Hofläden im Landkreis Oldenburg einen starken Ansturm auf ihre Produkte. Wie der Weser-Kurier berichtet, sind die häufigsten Fragen der Kunden: „Wann gibt es bei Ihnen wieder Spargel?“ Viele regionale Anbieter haben mit dem Verkauf bereits begonnen. Alfkens Hof in der Samtgemeinde Harpstedt beispielsweise startete den Verkauf vor einer Woche und erlebt optimale Bedingungen für den Spargelanbau. Weniger nasse Äcker im Vergleich zum Vorjahr und sonnige Tage im März haben das Wachstum begünstigt. Auch die Nutzung von mehrlagigen Folien stellt sicher, dass die kalte Luft dem Spargel nichts anhaben kann.
Bereits am 1. April nahm Hof Stolle in Klein Bümmerstede den Verkauf von Spargel in verschiedenen Qualitäten auf. Die Preise variieren zwischen 12,90 Euro für ungeschälten Spargel der 2. Sorte und 21,40 Euro für geschälten Spargel der 1. Sorte pro Kilo. Je nach Qualität und Anbieter liegen die Preise im Landkreis zwischen 10 und 21,40 Euro pro Kilogramm. Ein weiterer Anbieter, das Obst- und Gemüsebau Thees in Wardenburg, beginnt ebenfalls mit kleineren Erntemengen, abhängig von der Witterung. Er wird vor allem in den nächsten Wochen mehr Ernte bieten, wenn sich die Witterungsbedingungen stabilisieren.
Preisstruktur und Erntebedingungen
Die hohen Preise für Spargel sind das Ergebnis eines aufwendigen und arbeitsintensiven Anbaus. In Deutschland werden Spargelstangen überwiegend von Hand geerntet. Aktuell lässt sich auch ein Vergleich der Preise in verschiedenen Regionen ziehen. So kosten in Schrobenhausen die Klasse I Spargel (16 – 22 mm) zwischen 10,50 und 13,00 Euro pro Kilogramm, während in Abensberg ähnliche Qualitäten für bis zu 15,90 Euro pro Kilo angeboten werden, wie agrarheute.com berichtet. In Niedersachsen liegen die Preise für Klasse I zwischen 11,90 und 10,90 Euro, je nach Durchmesser.
Niedersachsen bleibt das führende Anbaugebiet für Spargel in Deutschland mit rund 5.650 Hektar und einer Erntemenge von etwa 25.200 Tonnen. Die nationale Spargelernte beginnt traditionell zwischen Ende April und dem 24. Juni, dem sogenannten Johanni. Für die kommenden Wochen wird eine Erntezeit von Mitte April bis zu diesem Termin von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer prognostiziert. Auch die Nutzung von speziellen Anbautechniken, wie dem Einsatz von Mini-Tunneln für die Reifung, ist ein Faktor, der den Spargelanbau in dieser Region prägt.
Beliebtheit und Anbaumethoden
Spargel gilt als eines der beliebtesten Frühlingsgemüse in Deutschland und ist mit verschiedenen Qualitätsmerkmalen wie prallen, glänzenden Stangen und geschlossenen Köpfen verbunden. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland lag 2024 bei 1,2 kg frischem Spargel. Während die größte Anbaufläche in Niedersachsen zu finden ist, erfolgt die Vorbereitung des Bodens für Spargelanbau aufwendig und kann bis zu drei Jahre in Anspruch nehmen. Die Bodenbeschaffung und die Pflanzenpflege erfordern hohe Investitionen und spezielle Maschinen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die gute Wetterlage und die erste Anbausaison in diesem Jahr dafür sorgen, dass die Verbraucher bereits jetzt in den Genuss von Spargel kommen können. Die aktuellen Preise zeigen jedoch, dass der Genuss auch ein Stück weit von der Kaufkraft der Konsumenten abhängt. Wenn der Trend anhält, können die Verbraucher eine interessante und hoffentlich erfolgversprechende Spargelsaison erwarten, die sowohl den heimischen Anbau als auch die Vielfalt der angebotenen Produkte berücksichtigt.