
Die tägliche Schrittanzahl hat sich als entscheidender Faktor für die Gesundheit erwiesen. Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass die optimale Schrittanzahl je nach Alter variieren kann. Laut fr.de sind bereits 4.000 Schritte pro Tag ausreichend, um die Gesundheit zu fördern und das Risiko eines frühen Todes zu verringern. Dies stellt einen Paradigmenwechsel dar, da die frühere Empfehlung, 10.000 Schritte täglich zu gehen, nicht mehr universell gilt.
Eine Metaanalyse im „European Journal of Preventive Cardiology“ unterstützt diese neue Sichtweise. Sie zeigt, dass selbst 2.300 Schritte pro Tag mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind. Mit jedem zusätzlichen Schritt sinkt das Risiko um 15 Prozent. Diese Forschung basiert auf Daten von fast 227.000 Menschen weltweit, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Wohnort. Um den gesundheitlichen Nutzen von körperlicher Aktivität zu maximieren, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche.
Empfohlene Schrittanzahlen nach Altersgruppen
Die WHO hat spezifische Empfehlungen herausgegeben, die die notwendige Schrittanzahl je Altersgruppe differenzieren:
- Kinder: 12.000 Schritte
- Erwachsene: 8.000 bis 10.000 Schritte
- Personen ab 60 Jahren: 6.000 bis 8.000 Schritte
Die Empfehlung, sich an diese Werte zu halten, ist insbesondere für die älteren Bürger von Bedeutung. Selbst 6.000 Schritte können je nach persönlichem Fitnesslevel ausreichen, um die gesundheitlichen Vorteile zu nutzen. Eine Schrittgeschwindigkeit von 4 bis 5 km/h wird als zügiges Gehen betrachtet und ermöglicht, eine Strecke von etwa 2,5 km in 30 Minuten zurückzulegen.
Wirtschaftliche Bedeutung der körperlichen Aktivität
Die Relevanz körperlicher Betätigung erstreckt sich über die individuelle Gesundheit hinaus. Ein Bericht der WHO und der OECD zeigt, dass das vorhandene Bewegungsmangel in europäischen Ländern erhebliche wirtschaftliche Folgen hat. Schätzungen zufolge können durch die Erhöhung der körperlichen Aktivität jährlich über 10.000 vorzeitige Todesfälle verhindert werden. Darüber hinaus könnten 11,5 Millionen neue Fälle von nichtübertragbaren Krankheiten bis 2050 vermieden werden, was die Gesundheitskosten erheblich senken würde.
Deutschland, Italien und Frankreich sind von den gesundheitlichen Auswirkungen des Bewegungsmangels besonders betroffen. Die Gesundheitsausgaben dieser Länder werden bis 2050 auf etwa 4,3 Milliarden Euro pro Jahr ansteigen, wenn nicht gegen den Bewegungsmangel angegangen wird. WHO betont, dass es an den Ländern liegt, effektive Maßnahmen zur Förderung körperlicher Aktivität zu implementieren.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass bereits kleine Schritte einen enormen Unterschied im Gesundheitsbereich bewirken können. Das Überdenken der 10.000-Schritte-Regel sowie das Absetzen eines klaren Bezugsrahmens für die verschiedenen Altersgruppen sind entscheidende Aspekte im Zusammenhang mit der gemeinsamen Förderung von Bewegungsaktivitäten.