
Donald Trump hat angekündigt, nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus höhere Zölle auf Waren aus Mexiko, Kanada und China einzuführen, was als eine seiner ersten Amtshandlungen geplant ist. Der 3. April 2025 könnte somit erneut ein Wendepunkt in der Handelspolitik der USA sein. Trump sieht in den Zöllen eine Möglichkeit, die amerikanische Wirtschaft „zu befreien“ und plant, den Körperschaftssteuersatz von 21 auf 15 Prozent zu senken, womit er das chronische Handelsdefizit der USA in Höhe von über 773 Milliarden Dollar verringern möchte. Experten befürchten jedoch, dass die US-Verbraucher die höheren Kosten für importierte Waren tragen müssen, was zu einer Anstieg der Inflation führen könnte. Die Federal Reserve könnte aufgrund steigender Preise gezwungen sein, ihre Zinspolitik zu überdenken, während der aktuelle Leitzins zwischen 4,50 und 4,75 Prozent liegt.
Die Zölle, die Trump verhängt, könnten nicht nur negative Auswirkungen auf die eigenen Bürger haben, sondern auch erhebliche Folgen für den internationalen Handel und insbesondere für Europa mit sich bringen. Laut Berichten sind deutsche Exporte in die USA stark betroffen, insbesondere in Branchen wie Pharma, Maschinen und Kraftwagen. Es wird geschätzt, dass zehnprozentige Zölle auf europäische Güter die deutschen Exporte in die USA um bis zu 15 Prozent reduzieren könnten.
Folgen für Europa und den globalen Handel
Die Handelspartner Europas müssen sich auf mögliche neue Herausforderungen einstellen. Der Handelskonflikt könnte zu einer Neuordnung der internationalen Handelsbeziehungen führen, da Europa möglicherweise neue Partnerschaften und Freihandelsabkommen, unter anderem mit Mercosur, CETA oder Indien, anstreben wird. Der Druck auf die EU könnte auch zu einer sogenannten Importschwemme aus China führen, wenn die USA die Importe aufgrund der Zölle verringern. Dies könnte den dämpfenden Effekt zur Folge haben, den immer niedrigere Zölle in Europa auf die Inflation haben.
Die Zölle, die Trump beabsichtigt, reflektieren einen Trend zum Protektionismus, der seit der Finanzkrise 2008/2009 beobachtet wird. Global gesehen sind Zölle, die ursprünglich als Schutzschild für heimische Produzenten gedacht sind, auch eine Einnahmequelle für den Staat und können im schlimmsten Fall die Lieferketten stören und zu wirtschaftlichen Rückschlägen führen. Die Theorie des Freihandels, nach der der Wohlstand maximiert wird, wenn Handelsbeschränkungen abgebaut werden, steht vor neuen Herausforderungen durch die wieder verstärkt auftretenden Zölle.
Der Weg in eine neue Handelsordnung?
Die Welthandelsorganisation (WTO), die seit 1995 für die Überwachung globaler Handelspraktiken zuständig ist, könnte durch Trumps Zölle unter Druck geraten. Dort gilt das Prinzip der Meistbegünstigung, das jedoch Ausnahmen für Freihandelsabkommen und Entwicklungsländer zulässt. Dennoch ist es fraglich, ob die WTO in der Lage ist, antizyklische Maßnahmen gegen die Zölle zu ergreifen, da Streitigkeiten über Zölle normalerweise über Schiedsgerichte geregelt werden. Die Situation wird durch die Weigerung der USA, neue Richter für die WTO zu benennen, noch verschärft.
Die Betrachtung zeigt, dass die wirtschaftlichen Implikationen von Trumps Zollpolitik weitreichend sind. Trotz der Absicht, die eigene Wirtschaft zu stärken, wird die enorme Komplexität der globalen Märkte sowohl die USA als auch ihre Handelspartner vor neue Herausforderungen stellen. Amerikanische Unternehmen haben bereits mit der Unsicherheit der Zollpolitik zu kämpfen. Die weltweiten Märkte reagieren bereits, was sich unter anderem in einer erhöhten Nachfrage nach europäischen Aktien äußert, während US-Indizes schwächeln. Ein potenzieller wirtschaftlicher Dualismus könnte entstehen, der den globalen Handel weiter belasten wird.