
US-Präsident Donald Trump hat ein neues Zollpaket vorgestellt, das erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Handel haben könnte. Ab Samstag, dem 5. April, tritt eine Regelung in Kraft, die einen Zoll von 20 Prozent auf Importe aus der EU erheben wird. Für andere Länder gilt ein pauschaler Zollsatz von 10 Prozent. Dies wurde als „Anschlag auf die Handelsordnung“ kritisiert, insbesondere von Olaf Scholz, dem Bundeskanzler Deutschlands, der Trumps Maßnahmen als „grundfalsch“ bezeichnete, da sie nur Verlierer hervorrufen würden. Scholz äußerte, dass der internationale Handel durch diese Zölle ernsthaft gefährdet sei, und appellierte an eine internationale Reaktion auf Trumps Vorgehen. Ruhr24 berichtet, dass die Europäer laut Trump die USA „abzocken“, was er als „traurig“ und „erbärmlich“ bezeichnete.
Ab Mittwoch, dem 9. April, werden viele Länder mit noch höheren Zöllen rechnen müssen, besonders solche mit einem großen Handelsdefizit gegenüber den USA. Am stärksten betroffen sind Lesotho und die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon, denen Zölle von jeweils 50 Prozent drohen. Auch Liechtenstein und Serbien werden mit Zöllen von jeweils 37 Prozent belastet. Diese Entwicklungen könnten als Teil einer breiteren protektionistischen Strategie betrachtet werden, die seit der Finanzkrise 2008 an Fahrt aufgenommen hat. Die Welt berichtete darüber, dass die Zölle in der deutschen Wirtschaft zu einem möglichen Schaden von 200 Milliarden Euro führen könnten.
Reaktionen aus der Wirtschaft und Politik
Die Auswirkungen von Trumps Zöllen sind bereits in der Finanzwelt zu spüren. Der DAX fiel unter 22.000 Punkte und der Goldkurs erreichte ein Rekordhoch, während der Bitcoin an Wert verloren hat. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) fordert Maßnahmen zur Sicherung des freien Welthandels. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zieht Parallelen zu den Folgen des Ukraine-Kriegs und betont, dass der freie Handel von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Stabilität ist.
Scholz‘ Kritik wird auch von anderen europäischen Führungspersönlichkeiten unterstützt. Frankreichs Premierminister bezeichnet die Zölle als „Katastrophe für die Weltwirtschaft“. Belgien warnt vor negativen Effekten auf die Wirtschaft, während südkoreanische Unternehmen bereits Notfallmaßnahmen zur Unterstützung der Autoindustrie planen. Der BDI fordert eine geeinte Reaktion der EU auf die neuen Zölle. Deutschlandfunk weist darauf hin, dass die USA sich in einer dominierenden Position befinden, die es ihnen erlaubt, Zollstreitigkeiten auszulösen.
Globale Handelsordnung unter Druck
Die Debatte um Zölle wirft auch Fragen zur stabilen Handelsordnung auf, die nach dem Zweiten Weltkrieg etabliert wurde. Historisch gesehen haben Zölle dazu gedient, heimische Produzenten zu schützen, jedoch gibt es Bedenken, dass sie in der heutigen globalisierten Welt zu Handelskriegen führen können. Laut der Theorie des Freihandels stellt der Abbau von Handelsbeschränkungen einen Vorteil für alle dar. Deutschlandfunk betont, dass solche Handelskonflikte vergangene Generationen oft in wirtschaftliche Schwierigkeiten gestürzt haben.
Michael Roth, der Vorsitzende des Webausschusses im deutschen Bundestag, fordert eine „zukunftsorientierte Handels- und Außenpolitik“, um den fortschreitenden Protektionismus einzudämmen. Die Vorstöße der Europäischen Union könnten entscheidend dafür sein, wie der globale Handel in den kommenden Jahren gestaltet wird. Da die Welthandelsorganisation (WTO) in der Lage ist, Zölle nur bei Bedrohungen der nationalen Sicherheit zu erhöhen, könnte das aktuelle Szenario zu einer Überprüfung bestehender Handelsordnungen führen.