
Sudan steht weiterhin im Mittelpunkt eines intensiven Konflikts, der seit April 2023 die nationale Stabilität bedroht. Am 26. Januar 2025 besuchte der Armeegeneral Abdel Fattah al-Burhan das militärische Hauptquartier in Khartoum, um die Rückeroberung von Militärstandorten durch die sudanesischen Streitkräfte (SAF) zu feiern. Dies war Al-Burhans erste öffentliche Erscheinung seit dem militärischen Durchbruch gegen die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF), die laut Berichten die Kontrolle über große Teile des Landes angestrebt haben. Der General lobte die Widerstandsfähigkeit seiner Truppen, die über 20 Monate hinweg das Hauptquartier der Armee verteidigen mussten, und schwor, die RSF zu beseitigen. Er erklärte: „Es gibt keine Verhandlungen oder Versöhnung mit den RSF“ und verdeutlichte damit die militärische Ausrichtung der sudanesischen Regierung inmitten dieser anhaltenden Kämpfe. Al Jazeera beschreibt, wie die SAF meldete, dass die RSF-Besetzung von Khartoum aufgehoben wurde und Teile der Stadt zurückerobert wurden.
Dies könnte einen Wendepunkt im nahezu zwei Jahre andauernden Konflikt darstellen. Die RSF, die von General Hemeti Dagalo geleitet wird, hat jedoch die Behauptungen der Armee zurückgewiesen und diese als „Propaganda“ bezeichnet. Vor kurzem konnten die Streitkräfte der SAF auch Wad Madani, die Hauptstadt des Bundesstaates Gezira, zurückgewinnen, wo Gerüchte über ethnische Morde an der Zivilbevölkerung laut wurden. Die brutale Realität des Konflikts zeigt sich auch in Darfur, wo seit Mai 2023 mehr als 5.000 Menschen getötet oder verletzt wurden.
Humanitäre Krise und internationale Reaktionen
Inmitten dieser Kämpfe gab es schockierende Berichte über einen Angriff auf ein Krankenhaus in el-Fasher, der mindestens 70 Menschen das Leben kostete. Der Vorfall, der von der WHO heftig verurteilt wurde, wird einem Luftangriff der RSF zugeschrieben. Saudi-Arabien hat diesen Angriff als Verletzung des internationalen Rechts angeprangert. Die WHO warnte, dass die humanitäre Lage weiterhin kritisch bleibt, da nach Schätzungen 25,6 Millionen Menschen im Sudan von Hunger bedroht sind. Gleichzeitig sind über 13 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter 10,9 Millionen Binnenflüchtlinge. Die Zivilbevölkerung leidet unter der Gewalt und Instabilität, die der Konflikt seit seiner Eskalation im Jahr 2023 hervorgebracht hat. bpb.de berichtet außerdem, dass die anhaltenden Kämpfe zu einem besorgniserregenden Anstieg der humanitären Notlage geführt haben.
Die RSF hat während des Konflikts zahlreiche Gräueltaten begangen, insbesondere gegen die Masalit-Bevölkerungsgruppe in Darfur. Diese Militäraktionen folgten einem Bruch des Bündnisses zwischen verschiedenen Konfliktparteien im Frühjahr 2024. Zivile Akteure, darunter Berufsverbände und junge Menschen, fordern seit Beginn des 21. Jahrhunderts eine demokratische Transformation im Sudan. Der gescheiterte Putsch von 2021 und die schwache Übergangsregierung unter Premierminister Abdallah Hamdok führen dazu, dass der Einfluss des Militärs überhand nimmt.
Ausblick auf die Zukunft
Die militärischen Auseinandersetzungen sind von Machtkämpfen geprägt, die tief in den sozialen und politischen Strukturen des Sudan verwurzelt sind. Historisch gesehen gibt es seit 1956 Konflikte zwischen Regimekräften und politischen Eliten, die durch ethnische Spannungen und Ressourcenkonflikte verstärkt werden. Die RSF strebt nach Kontrolle über el-Fasher, um ein Regime zu etablieren, das ähnlich dem in Libyen organisiert ist. Analysten wie Amgad Fareid Eltayeb warnen vor den möglichen Folgen eines solchen Machtvakuums in der Region.
Der internationale Druck auf die Konfliktparteien wächst, um Friedensverhandlungen zu ermöglichen, doch bisher blieben diese Gespräche, etwa in Bahrain und Genf, erfolglos. Die Unterstützung äußerer Mächte verstärkt die Komplexität des Konflikts, wobei die SAF Rückhalt aus Ägypten und Katar erhält, während die RSF Unterstützung aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland erhält. Der Verlauf der Ereignisse im Sudan bleibt also äußerst angespannt, und die Hoffnungen auf Frieden scheinen in weiter Ferne zu liegen.